Skinhead muss für acht Jahre in den Knast

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Ein Magdeburger muss wegen Totschlags acht Jahre ins Gefängnis.

Magdeburg - Weil er im Sommer vergangenen Jahres aus bloßem Frust einen Gleichaltrigen zu Tode prügelte, ist ein 21-jähriger Magdeburger zu einer hohen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Das Landgericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass Bastian O. am frühen Morgen des 16. August 2008 nach einem Discobesuch einen ihm bis dahin Unbekannten mit Tritten und Fäusten massiv traktierte, nur weil dieser ihn “Hobbynazi“ nannte. Es verurteilte den heute 21-Jährigen wegen Totschlags zu acht Jahren Jugendhaft. Beim Strafmaß wurden sowohl die Schwere der Schuld als auch frühere Straftaten berücksichtigt. “Dieses Mal war Ihre Angriffsrichtung aber das Leben eines anderen Menschen“, sagte der Vorsitzende Richter Jochen Kupfer zur Urteilsbegründung.

Er habe mit Springerstiefeln an den Füßen und mit Quarzsand gefüllten Handschuhen seinem 20-jährigen Opfer massive Verletzungen zugefügt und dessen Tod billigend in Kauf genommen. Der Jugendliche starb, weil er an seinem eigenen Blut erstickte. Strafmildernd wurde berücksichtigt, dass der Angeklagte zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss stand.

Der Verurteilte gehört zur rechten Szene, was er durch Kleidung, Haarschnitt und Tätowierungen nach außen demonstrierte. Jedoch gebe es keine Hinweise, dass er aktiv in einer nationalsozialistischen Organisation verhaftet sei, erklärte das Gericht. Seine Gesinnung habe mit der Tat nichts zu tun.

AP

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