Neues Format

Die „ARD Sportschau“ geht ganz neuen Weg - Jessy Wellmer übernimmt dabei die Hauptrolle

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Jessy Wellmer wird ab dem 01. Juni das neue Format „Sportschau Thema“ moderieren.

Ein neues Sendeformat soll der ARD helfen, die Leere der Sommerpause zu überbrücken. Der Spin-Off der Sportschau trägt den Namen „Sportschau Thema“.

Wenn die Bundesliga auf die Zielgerade einbiegt, wenn die letzten Spieltage vor der Tür stehen, dann zieht ein dunkler, bedrohlicher Schatten am Horizont auf: die Sommerpause, der schlimmste Albtraum aller Fußballfans. In der Zeit ohne Ball und Tabelle droht die pure Langeweile, potenziert sogar noch in ungeraden Jahren, wenn noch nicht mal eine Welt- oder Europameisterschaft notdürftige Abhilfe schafft.

Diese Leere bedrückt nicht nur die Fans, sondern auch die Sportredaktionen der Allgemeinen Rundfunkanstalten Deutschlands, besser bekannt als ARD. Über knapp sechs Wochen mangelt es an Geschichten, an Ergebnissen und an Skandalen, kurzum: ein Thema fehlt.

„Sportschau Thema“: Talkformat und Reportage

Deshalb startet die ARD pünktlich zur Sommerpause am 01. Juni um 18:00 Uhr ein neues Sendeformat. Der Name: „Sportschau Thema“. Die Sendung soll sowas wie ein „Spin off“ der Sportschau werden und läuft zu einer ähnlichen Sendezeit wie das Mutterformat. Laut Angaben des Senders ist das Ganze eine „innovative Mischung aus Talkformat und Reportage“. Man wolle den Zuschauern „Einblicke in Bereiche des Sports liefern, die sie ansonsten nicht bekommen“, zitiert die ARD ihren eigenen Sportkoordinator Axel Balkausky.

Durch die neue Sendung führen wird Jessy Wellmer. Die 39-jährige Sportjournalistin moderiert zurzeit gemeinsam mit Sascha Hingst das „ARD-Mittagsmagazin“. Sie ist gebürtig aus Mecklenburg-Vorpommern, verheiratet und zweifache Mutter.

„Sportschau Thema“ soll die Lücke schließen

In der Sendung wird Wellmer mit „vier hochkarätigen Gäste“ werden 60 Minuten lang reden und nach Wünschen des Senders auch diskutieren. In der ersten Sendung soll es um den Themenkomplex „Druck im Leistungssport“ gehen, und wie Sportlerinnen und Sportler damit umgehen. Aufgelockert werden soll die Debatte durch „unterschiedliche Reportagen, die in die Sendung integriert werden“. Athletinnen und Athleten werden wohl zu Wort kommen, ebenso wie Experten und Fans.

„Eine solche Sendung hat im Ersten bislang gefehlt. Es gibt Talk oder Reportage, aber noch kein Format, das beides verbindet und sich dabei um die großen Themen des Sports kümmert“, sagt Moderatorin Wellmer in der Ankündigung.

„Sportschau Thema“ aus dem „Resonanzraum“ im Hamburger Bunker

Weil all das so innovativ ist, sei man auch bei der Auswahl des Produktionsortes „einen besonderen Weg“ gegangen, schreibt die ARD in ihre Ankündigung. Statt in einem herkömmlichen Fernsehstudio wird „Sportschau Thema“ im so genannten „Resonanzraum“ im Hamburger Bunker an der Feldstraße aufgezeichnet.

Für die Macher der öffentlich-rechtlichen Sportsendung ist die Einführung des neuen Formats sicher auch ein Kampf um die eigene Existenz. In Zeiten von exorbitant hohen Fernsehgeldern und immer mehr Anstoßzeiten ist die Rolle von Fußball-Berichterstattung im Free-TV umstrittener als jemals zuvor. „Es gibt kein Recht auf Fußball-Bundesliga im Free-TV“, sagte Prof. Dr. Michael Schaffrath schon vor mehr als einem Jahr im Interview mit der „Tageszeitung“, in dem er der Berichterstattung im Free-TV unruhige Zeiten prophezeit. Neue Formate wie „Sportschau Thema“ sind deshalb auch der Versuch, auf ebenjene Entwicklungen, besonders im Profi-Fußball, zu reagieren.

Wie viele Sendungen die ARD plant, ist nicht bekannt. Doch eine zweite Ausgabe kündigen die Macher bereits für den 27. Juli an. Gesendet wird dann um 18:55 Uhr. Ganz sicher auch wieder mit einem Thema. Heißt ja nicht umsonst „Sportschau Thema“.

TV-Panne in der Sportschau: Opdenhövel „freut“ sich über Bayern-Niederlage - Sender entschuldigt sich

Update vom 8. Dezember 2019: Eine andere TV-Panne gab es bei der ARD in der Sportschau. Dort verriet Moderator Matthias Opdenhövel versehentlich bereits das Ergebnis des Spitzenspiels zwischen Gladbach und Bayern. Eine Reaktion seitens des Senders und Moderators folgte prompt.

dil

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