„Macht und Ohnmacht“

Tatort über Prügelpolizisten und Gerechtigkeit

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Die Schauspieler Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec und Michael Fitz (von links nach rechts).

München - Polizisten zwischen „Macht und Ohnmacht“ - im neuen Münchner Tatort. Frustrierend, wenn mühsam gefasste Täter mangels Beweisen wieder frei kommen. Die Konsequenz: eine eigene Art Gerechtigkeit, handfest und blutig. Krimispannung mit Michael Fitz alias Carlo Menzinger.

Erst Til Schweiger, dann der Schlagersänger Roland Kaiser - die jüngsten Folgen der ARD-Krimireihe „Tatort“ haben mit bekannten Namen aufgetrumpft. Die Zuschauer dankten es mit Traumquoten für das ohnehin erfolgsverwöhnte Format. Der Münchner "Tatort" am Ostermontag (1. April/20.15 Uhr) im „Ersten“ hat keine Promi-Unterstützung nötig.

„Macht und Ohnmacht“ aus München überzeugt mit einer gut geschriebenen, packenden Geschichte der Autorin Dinah Marte Golch. Das brisante Thema: Gewalt durch Polizeibeamte. Schnörkellos lotet der Film das Spannungsverhältnis der Gesetzeshüter aus. Hier die Macht, die ihnen der Staat verleiht, dort die Hilflosigkeit, wenn sie an den Missständen doch nichts ändern können. Dabei zeigen sich die Münchner TV-Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) von ihrer ernsten Seite. Kein Wunder, müssen sie doch im Kollegenkreis ermitteln.

Polizist erschießt sich

Ein junger Polizist erschießt sich nach einer aufreibenden Jagd auf eine Gruppe Jugendlicher. Die Flüchtigen sollen einen Kiosk-Besitzer ins Koma geprügelt haben. Bei ihrer Festnahme gerät jedoch alles außer Kontrolle. Die Polizisten, aufgeheizt durch die wilde Hetzjagd, langen mit aller Gewalt zu, bis Blut fließt. Ein Einzelfall? Oder Alltag in der Truppe rund um den erfahrenen Beamten Matteo Lechner (Emilio De Marchi), der sich seine eigene Gerechtigkeit zurecht gelegt hat? Ratlos rätseln alle, ob der Selbstmord Franks (Lassy Myhr) damit zu tun hat.

Dann wird noch ein junger Mann erschlagen, mit dem Matteo zuvor heftig gestritten hat und der den Überfall auf den Kiosk-Besitzer beobachtet hat. Bei ihren Ermittlungen bekommen Leitmayr und Batic unerwartete Hilfe: Carlo Menzinger (Michael Fitz) taucht auf. Er hat inzwischen ein Biohotel in Thailand und will heiraten. Dazu muss er aus München wichtige Dokumente beschaffen. Doch der nette Besuch bei Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen wird für ihn zum Alptraum. Denn der ins Zwielicht geratene Matteo ist sein Freund. Und Carlo will nicht glauben, dass der Polizist Dreck am Stecken hat. So fällt es Carlo auch nicht schwer, am Ende wieder nach Thailand zu fahren. Denn eines ist ihm sonnenklar: Eine Rückkehr in seinen alten Beruf ist für ihn völlig ausgeschlossen.

Kleiner Promifaktor

Einen kleinen Promifaktor gibt es dann doch, zumindest für jüngere Zuschauer. Fabian Halbig, Schlagzeuger der Band Killerpilze, ist mal wieder in einer Nebenrolle zu sehen. Er spielt einen Jugendlichen, der von der Polizei verprügelt wird. Ob der 20-Jährige so viel Zugkraft besitzt wie Schweiger oder Kaiser sei dahingestellt. Denn der "Tatort" von Thomas Stiller bietet noch etwas ganz anderes: Nackte Männer, genauer gesagt Polizisten. Unter der Dusche, in der Umkleidekabine und nach dem Sex. Auch eine Möglichkeit, Aufsehen zu erregen - oder auch nicht.

Bei uns lesen Sie ebenfalls am Montag Abend die TV-Kritik zum Tatort „Macht und Ohnmacht“

Kommissare beim Kult-Krimi Tatort

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Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
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