2009 blieben mehrere Morde ungeklärt

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Im abgelaufenen Jahr blieb eine ganze Reihe von Morden ungeklärt.

Frankfurt ‐ Passanten finden an einem Samstagnachmittag im April eine schwer verletzte 37-Jährige vor ihrem Elternhaus im südhessischen Babenhausen. Die alarmierten Rettungskräfte entdecken kurz drauf die Leichen der Eltern der Frau in dem hellen, von einem Zaun geschützten Einfamilienhaus in der Kleinstadt an der Deutschen Fachwerkstraße. Von Ira Schaible (dpa)

Die 58 und 62 Jahre alten Eheleute wurden von Unbekannten erschossen, ihre Tochter angeschossen. Die Bluttat von Babenhausen gehört zu den brutalsten Verbrechen, die 2009 in Hessen verübt, aber nicht geklärt werden konnten. Unklar ist auch, wer die 40 Jahre alte Deutsch-Marokkanerin getötet hat, deren Leiche Mitte November im Kofferraum ihres Autos in Hanau gefunden wurde. Ihr 62 Jahre alter Ehemann hatte den grausigen Fund gemacht: Als er den abgeschleppten Wagen auf einem Autohof abholen wollte, fand er die stark verweste Leiche seiner Frau, die er schon seit Anfang Oktober vermisst hatte. Die mehrfache Mutter wurde wahrscheinlich erdrosselt. Wie sie in den Kofferraum ihres blauen Opel Corsas kam, der in Frankfurt-Heddernheim rund vier Wochen im Halteverbot gestanden hatte, ist unklar. Von im Stadtteil aufgehängten Fahndungsplakaten und einer Belohnung von 4000 Euro erhofft sich die Sonderkommission Hinweise auf die Tat.

Raubüberfälle auf Juweliere und Ikea-Möbelhaus

Von der Mutter des toten Babys, das Angestellte des Frankfurter Grünflächenamtes an einem Montagmorgen im Oktober in der Taunusanlage zwischen Banken- und Bahnhofsviertel entdeckt haben, fehlt auch noch jede Spur. Das tote Neugeborene war in eine rosa Decke gehüllt an einer Treppe zu einem Beethoven-Denkmal entdeckt worden. Der Junge kam zu früh zur Welt, etwa im siebten Monat; ob er da schon tot war, konnte noch nicht geklärt werden.

Bei zwei großen Raubüberfällen haben die Ermittler auch noch keine konkrete Spur. Beim Juwelenraub von Viernheim wurden 9000 Euro Belohnung für Hinweise auf die fünf rabiaten Räuber ausgesetzt. Sie hatten in einer Nacht im Dezember in einem gestohlenen Auto mit voller Wucht die Metalltür des Rhein-Neckar-Einkaufszentrums durchbrochen, waren gegen die Rolltore der Juweliergeschäfte gerast, hatten Vitrinen zerschlagen und Uhren und Schmuck im Wert von 400.000 Euro erbeutet.

Bei dem Überfall auf einen Geldtransporter vor einem Ikea-Möbelhaus im Frankfurter Norden erbeuteten zwei Männer im Mai rund 88.000 Euro. Die Fernsehfahndung „XY ungelöst...“ und eine ausgesetzte Belohnung von 5000 Euro erbrachten noch nicht die erhofften Hinweise. Die bewaffneten Männer, die Tarnanzüge mit der Aufschrift „Polizei“ trugen, hatten den Transporter vor dem Tresorausgang in der Tiefgarage abgepasst.

Sie lauerten einem Kurier auf, bedrohten ihn mit einer Waffe und nahmen ihm die Geld-Taschen ab. Der Wachmann wurde zugleich zu Boden gezwungen. Das Fluchtauto der Räuber - das kurz zuvor in Heidelberg gekauft worden war - wurde wenige Stunden später in der Nähe des Tatorts gefunden. Beim Bezahlen des Autos in einer Bank war ein Mann fotografiert worden, der den vermutlich falschen Namen Stefano Forte benutzte.

Totes Baby in Frankfurter Innenstadt gefunden

Der mysteriöse Döner-Mord in Kassel aus dem April 2006 kochte in den letzten Wochen des Jahres im Norden Hessens noch einmal hoch, als der Verdacht aufkeimte, es könne Zusammenhänge zwischen dem Fußball-Wettskandal und der rätselhaften Mordserie geben. Dabei waren zwischen September 2000 und April 2006 in Deutschland neun ausländische Kleinunternehmer erschossen worden. Benutzt wurde immer dieselbe Waffe, eine tschechische Pistole der Marke Ceska, Kaliber 7,65.

Rund ein dreiviertel Jahr nach der Bluttat von Babenhausen sucht die Polizei weiterhin nach den Tätern, der Tatwaffe - einer Pistole der Marke Walther P38 mit selbst gebauten Schalldämpfer - und dem Motiv. Der 37 Jahre alten Tochter geht es zwar besser, zur Aufklärung der Tat kann sie aber laut Polizei nichts beitragen. Für Hinweise ist eine Belohnung von 25.000 Euro ausgesetzt worden. Einen Monat nach der Tat schien die Aufklärung des mysteriösen Verbrechens kurz bevor zu stehen, als Einbrecher in das versiegelte Haus eindrangen und Schmuck stahlen. Die Polizei nahm zwei Männer fest, mit den Gewaltverbrechen hatten die aber nichts zu tun. Sie hatten gedacht, in dem leeren Haus leichtes Spiel zu haben.

Quelle: op-online.de

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