Anstieg auch für Hessen vorhergesagt

2016 mehr Jobs in Offenbach

Frankfurt - Die Zahl der Jobs wird im nächsten Jahr in Hessen und Offenbach weiter zulegen. Die Arbeitslosigkeit in dem Bundesland steigt aber wegen den Flüchtlingen. Von Marc Kuhn

Die Beschäftigungs- und Arbeitslosenzahlen werden sich im nächsten Jahr in Hessen sowie im Rhein-Main-Gebiet weiter positiv entwickeln. Allerdings werden die Flüchtlinge zu mehr Erwerbslosen führen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen werde 2016 durchschnittlich um 1,8 Prozent auf fast 2,5 Millionen steigen, sagte Frank Martin, Chef der Regionaldirektion für Arbeit, gestern in Frankfurt. Der Arbeitsmarkt zeige sich völlig unbeeindruckt von internationalen Krisen. In Offenbach wird die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im nächsten Jahr nach Berechnungen der Statistiker im Schnitt um 1,9 Prozent zulegen, die Zahl der Arbeitslosen um 2,5 Prozent. Absolute Zahlen liegen nicht vor

Die Situation in Hessen hat sich besser entwickelt als prognostiziert. Im vergangenen Jahr wurde damit gerechnet, dass die Zahl der Erwerbslosen 2015 um 2,1 Prozent sinkt, tatsächlich wird es einen Rückgang um bis zu 3,5 Prozent geben. Bei den Arbeitsplätzen wurde ein Plus von 1,6 Prozent erwartet, nun werden es 2 bis 2,2 Prozent. „Unter dem Strich ein gutes Jahr“, erklärte Martin. 2016 wird aber mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Hessen gerechnet. „Natürlich werden wir Effekte durch Flüchtlinge haben“, berichtete der Leiter der Regionaldirektion. Die durchschnittliche Zahl der Erwerbslosen werde um 4,2 Prozent auf 187.100 ansteigen. Der Einfluss der Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt hängt unter anderem von der Länge der Asylverfahren, der Erwerbsfähigkeit der Flüchtlinge, den Beschäftigungschancen und der Dauer von Duldungen ab. Die Regionaldirektion rechnet indes mit deutlich steigenden Arbeitslosenzahlen in der Grundsicherung Hartz IV.

Nach Modellrechnungen von Martin erreicht nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge überhaupt den Arbeitsmarkt. Von einer Million Menschen, die einen Asylantrag stellen, werde dieser in 350.000 bis 400.000 Fällen genehmigt. Von diesen seien etwa 270.000 im erwerbsfähigen Alter. Davon würden 130.000 bis 150.000 in der Arbeitslosenstatistik erscheinen, erläuterte Martin. Nach seinen Worten sind rund zwei Drittel der Flüchtlinge unter 30 bis 35 Jahre alt. „Sie stehen eher dem Ausbildungs- als dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.“ Bei ihnen müssten Qualifikationen nachgeholt werden. So werde es in Zukunft auch Lehrlinge im Alter von 23 oder 25 Jahren geben.

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Martin forderte vor allem sprachliche Qualifikationen für Zuwanderer. Etwa 4000 Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive besuchen in Hessen zurzeit Sprachkurse, bis zum Ende des Jahres sollen es rund 7000 sein. Der Chef der Regionaldirektion sprach sich zudem für eine Art Berufsvorbereitung und Einstiegsqualifizierungen aus. „Im Wesentlichen geht es darum, Menschen fit für eine Ausbildung zu machen“, sagte Martin. Deshalb rechnet er damit, dass erst 2017 die Zahl der Flüchtlinge, die eine Lehre antreten, steigen wird.

Vorteile dürfte ihnen auch eine positive Beschäftigungsentwicklung in der Region Rhein-Main bringen, die das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Frankfurter Goethe-Universität bei Betriebsbefragungen herausgefunden hat. Insgesamt sei im nächsten jahr mit einer Erhöhung der Jobs um 1,3 Prozent zu rechnen, erklärte Alfons Schmid vom IWAK. Dies sei ein Anstieg um etwa 27.400 Mitarbeiter. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten werde um 1,1 Prozent steigen, sagte Schmid weiter. Vor allem im Bereich Information und Kommunikation sowie im Handel und Gastgewerbe sei mit Zuwächsen zu rechnen. Die kleineren Betriebe seien der Beschäftigungsmotor in der Region. Zuversichtlich sind die Betriebe auch für 2017. Insgesamt rechnen sie bis Ende 2017 mit einem Anstieg der gesamten Beschäftigung um 2,4 Prozent, also nochmal 1,1 Prozent mehr als bis zum Ende des nächsten Jahres.

Quelle: op-online.de

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