Prozess in Wiesbaden

25-Jähriger erpresste Adoptiveltern

Wiesbaden - Aus Hass und um seinen Drogenkonsum zu finanzieren, soll ein 25-Jähriger seine Adoptiveltern erpresst, bedroht und seine Mutter entführt haben.

Vor dem Wiesbadener Landgericht schilderte der drogenabhängige und psychisch auffällige Mann gestern zum Prozessauftakt das seit Jahren zerrüttete Verhältnis zu seinen Eltern. Die Vorwürfe stritt er zuerst ab, relativierte die Aussage aber und sprach von einer Intrige gegen ihn. Der Mann soll laut Anklage im Sommer dieses Jahres seine Eltern erst in einen Keller gesperrt und seine Adoptivmutter danach in einem Auto entführt haben, um seiner Forderung nach 10.000 Euro Nachdruck zu verleihen. Im Zuge der Geldbeschaffung hatte der Adoptivvater einen Zeugen informiert. Dieser schaltete die Polizei ein, die den 25-Jährigen festnahm.

Vor der Tat soll der Mann schon mehrfach gewalttätig gegen seine Adoptiveltern gewesen sein, erklärte der Staatsanwalt. Das Ehepaar habe deswegen im Keller seines Hauses einen Schlüssel und Handy deponiert, um für Attacken des Sohnes gewappnet gewesen zu seien. In der Verhandlung machten die Eltern von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Der Angeklagte war nach eigenen Angaben mehrere Jahre in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wegen zahlreicher Delikte untergebracht. Diese hatte er erst wieder im Jahr 2014 verlassen. Zuletzt habe er keinen festen Wohnsitz mehr gehabt und überwiegend im Rotlicht- und Drogen-Milieu gelebt. (dpa)

Quelle: op-online.de

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