Beim „SkyRun“ auf denMesseturm holt das Team der Offenbach-Post den achten Platz.

61Stockwerke bis zum Ziel

Das Team der Offenbach-Post wird angeführt von Ulrich Amborn (im Vordergrund, kurz nach dem Start). Am Ende erringen die Sportler unseres Teams einen beachtlichen achten Platz.Foto: El Cheikh

Frankfurt - Noch ein paar lockere Dehnübungen, die Muskeln beugen und strecken. Gleich geht es los. 222 Höhenmeter gilt es beim „SkyRun Messeturm“ zu bewältigen. Das Himmelsstürmer-Team der Offenbach-Post ist bei bester Laune und voller Ehrgeiz.

Die fünf sportlichen Lokalpatrioten aus Offenbach und dem Landkreis wollen es sich und allen Lesern unserer Zeitung beweisen und den Frankfurter Messeturm zum Wackeln bringen.

Vom Wolkenkratzer selbst werden sie nicht viel mehr sehen als das Treppenhaus: Ganze 61  Stockwerke müssen sie dort hinauf rasen. 1344 Stufen im Inneren des vierthöchsten Büroturms Europas. Elf Minuten und 19 Sekunden hat Gabriele Niggemann vom OP-Team bei einem Probelauf kurz vorher benötigt - ihre persönliche Bestleistung. „Damit bin ich superzufrieden.“

Wochenlang hat sie an ihrem Arbeitsplatz trainiert: „Wir haben fünf Stockwerke mit 150 Stufen in unserem Gebäude“, sagt Gabriele, „die bin ich täglich acht, neun Mal hoch gelaufen.“ Auch den Goetheturm hat sie für sich entdeckt - zur Belustigung der vielen Ausflügler: „Man wird schon schräg angeschaut, wenn man da immer wieder die Stufen hoch hetzt, aber alle machen Platz und fragen auch schon mal nach, was ich da eigentlich mache.“

Bereits in den beiden Vorjahren hat sich die 42-Jährige beim vielleicht außergewöhnlichsten sportlichen Wettkampf der Messestadt erfolgreich beteiligt. Die Teamkollegen nehmen sich ihre Ratschläge daher zu Herzen: „Trinkt vorher noch ausreichend, die Luft im Treppenhaus ist sehr trocken.“ Auch warnt sie vor zu großem Ehrgeiz: „Wer zu schnell startet, macht etwas falsch und dem geht sehr schnell die Puste aus.“

Noch ein wenig skeptisch schweift Kay Spamers Blick den Messeturm hinauf. Ganz oben, am Ende des schlanken Giganten aus Stahlbeton, glitzert die dreieckige Spitze im Sonnenlicht - das Ziel des Treppenlauf-Wettkampfes, bei dem in diesem Jahr mehr als 330 Teams und Einzelläufer an den Start gehen. „Wie man da so schnell hoch kommt, ist mir völlig schleierhaft“, meint der 42-jährige Neu-Isenburger stirnrunzelnd. Völlig unvorbereitet sei er, doch als Triathlet bringt er zumindest die nötige Kondition mit.

Zum ersten Mal dabei sind auch die beiden „Greenhorns“ Andreas Schäfer aus Offenbach-Bieber (43) und Michael Werner (22) aus Mainhausen. Als Zugpferd des Teams gilt jedoch Ulrich Amborn - und dies nicht von ungefähr: Der 51-jährige Offenbacher Extremsportler hat bereits die Zugspitze beim weltbekannten „Zugspitzlauf“ erklommen, und auch die Frankfurter Höhen konnte er bezwingen: etwa den Henninger Turm, das Trianon, die DG-Bank und den Maintower. „Nur der Messeturm fehlt noch in meiner Sammlung.“

Gleich wird er auch ihn erobert haben. Die fünf Offenbacher nehmen ihre Startposition ein. Die anderen Teams - meist Angestellte von Privatfirmen - quälen sich bereits Stockwerk für Stockwerk nach oben. Der Startschuss fällt unter dem Jubel der Zuschauer und schon zieht Ulrich Amborn nach vorne. Und auch die Presseschar muss sich nun beeilen. Gute zehn Minuten bleiben ihr, den Zielpunkt im 61.  Stock zu erreichen, bevor die Athleten einlaufen. Es wird allerdings ein gemütliches Nach-Oben-Kommen: in einem der großen Lastenaufzüge.

Oben angekommen, ist die Wartezeit kurz. Als erster läuft wie erwartet Ulrich Amborn in die Zielgerade, von Cheerleadern tanzend empfangen. Kurz danach folgen die anderen. Schwitzend, ausgetrocknet, erschöpft, aber glücklich. Noch kennen sie ihre Zeiten nicht. Am Ende steht jedoch fest: Mit insgesamt 53 Minuten und 33 Sekunden landet das Team der Offenbach-Post in der Mannschaftswertung auf dem beachtlichen achten Platz!

„Besser als gedacht“, lautet das Fazit des Teams. „Ich dachte schon zwischen dem fünften und zehnten Stock, ich kann nicht mehr“, meint Andreas luftschnappend, „aber die letzten zehn, fünfzehn Etagen waren dann am Ende überhaupt kein Problem mehr.“

Quelle: op-online.de

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