Test auf Flughöhe Null

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Mit dem Comfort der Sitze in der Business-Class des Lufthansa-Airbus A 380 "Frankfurt am Main" machen sich "Testpassagiere" am Donnerstag  in Frankfurt vertraut.

Frankfurt - Lufthansa-Flug Nummer 1802 hebt nie ab, doch für Pilot Ingo Meyerdierks zählt er zu den besonders wichtigen seines Lebens. Aus dem A380-Cockpit sieht der Kapitän, wie am Frankfurter Flughafen hunderte Menschen auf das Einsteigen in den Riesenjet warten.

 „Am liebsten würden wir losfliegen“, sagt der 45- Jährige. Doch heute geht es um den Kampf gegen die Uhr am Boden.Flug 1802 ist die Generalprobe für die Abfertigung - rechtzeitig vor dem ersten Langstreckenflug der „Frankfurt am Main“ am 6. Juni.

Nicht mehr als 165 Minuten soll es dauern, bis eine gelandete Lufthansa-A380 in Frankfurt wieder in der Luft ist. Die A380 soll damit nicht länger parken als ein Jumbo vom Typ Boeing 747, obwohl sie 60 Prozent mehr Gepäck und Passagiere an Bord hat. „Es ist, als würden wir eine 747 und einen Airbus 340 zusammen abfertigen“, sagt der Lufthansa-Stationsleiter, Andreas Döpper.

Vom Kofferschlepper bis zum Piloten beschäftigt

„Bei der Generalprobe testen wir erstmals das Zusammenspiel aller.“ Vom Kofferschlepper bis zum Piloten beschäftigt das 250 Mitarbeiter. Test-Chefin Ulrike Flake-Bauer schickt zudem über 500 Statisten als Passagiere Richtung Gate C16 zur A380. Sie haben echte Bordkarten für Flug 1802. Bei der Sicherheitskontrolle warten sie zwischen gewöhnlichen Reisenden.

Einige sitzen im Rollstuhl, manche verspäten sich. Flake-Bauer hat ein Stück Flughafen-Alltag inszeniert. Damit vor dem Boarding der 24-köpfige Putztrupp proben kann, wurde eigens Abfall in der Kabine verteilt. Auf dem Vorfeld mühen sich Arbeiter um 800 Koffer.

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Nur die erste Klasse bleibt leer. Deren Polster schont die Lufthansa selbst bei der Generalprobe. Am Check-in heißt es: „Wir wünschen einen guten Flug.“ An Bord werden zum Start die Sitze aufrecht gestellt - auch wenn die aus ihrer Wartungshalle hergerollte A380 nur 20 Meter geschoben wird. Test ist Test. „Willkommen auf einem der kürzesten Lufthansa-Flüge aller Zeiten“, witzelt Kapitän Meyerdierks auf Flughöhe null. In den nächsten Tagen kann die Lufthansa an jenen Tücken arbeiten, die der Test zeigte: Ein Sicherheitscheck verzögerte sich, das Bewegen der Fluggastbrücken machte Probleme.

dpa

Quelle: op-online.de

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