Auf Bagger geklettert

Keine Ruhe im Wald bei Homberg: A49-Gegner löst Polizeieinsatz aus

Wie ein Band zieht sich die gerodete Trasse für die umstrittene Autobahn 49 durch den Wald bei Homberg (Ohm).
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Wie ein Band zieht sich die gerodete Trasse für die umstrittene Autobahn 49 durch den Wald bei Homberg (Ohm).

Spezialkräfte der Polizei holen einen Vermummten von einer Arbeitsmaschine herunter. Der Mann wollte die Bauarbeiten für die A49 zwischen Gießen und Kassel blockieren.

Gießen/Homberg – Gut ein Jahr ist es her, dass die A49 deutschlandweit vielen ein Begriff wurde. Wochenlang stemmten sich Waldbesetzer gegen die Rodung des Dannenröder Forstes bei Homberg (Ohm). Verhindern konnten sie den Ausbau der Autobahn zwischen Gießen und Kassel nicht. Mit einem millionenschweren Polizeieinsatz ging das Land Hessen gegen die Proteste vor. Aufgegeben haben die Aktivistinnen und Aktivisten aber bis heute nicht. Am Mittwoch (22.09.2021) nahmen Einsatzkräfte nun einen Mann fest, der auf einen Bagger geklettert war, um Bauarbeiten zu blockieren.

A49-Ausbau zwischen Gießen und Kassel: Autobahngegner klettert auf Bagger

Im Maulbacher Wald am namensgebenden Homberger Ortsteil laufen derzeit Bauarbeiten für eine Stromtrasse an der A49. Laut Polizei erklomm dort ein Vermummter einen Bagger und blieb in rund 3,5 Metern Höhe sitzen. Freiwillig habe er die Arbeitsmaschine nicht räumen wollen, teilten die Einsatzkräfte mit. Zwei weitere Aktivisten sollen die Protestaktionen gefilmt haben, Fotos finden sich auf dem Twitter-Account der Ausbaugegner. Bis zu 15 Menschen sollen zusammengekommen sein, einige hätten sitzend die Anfahrt der Polizeifahrzeuge blockiert, hieß es von den Beamten. Man habe zwei Menschen „wegtragen“ beziehungsweise „abdrängen“ müssen.

Keine Ruhe im Wald bei Homberg (Ohm): A49-Gegner und Polizei treffen aufeinander

Spezialkräfte der Polizei holten den A49-Gegner schließlich vom Bagger. Auf Bildern ist zu sehen, wie die Einsatzkräfte sich und einen Vermummten von dem schweren Gerät herunterlassen. Die Fingerkuppen des Mannes sollen laut Polizei verklebt gewesen sein. Ein Arzt habe diese behandelt, danach folgten die erkennungsdienstlichen Maßnahmen, nach denen der Festgenommene freigelassen wurde. Seine Identität steht derzeit nicht fest. Die Polizei ermittelt wegen Nötigung. Die A49-Gegner hatten in der Vergangenheit wiederholt mit deutlich radikaleren Protestmethoden auf sich aufmerksam gemacht, beispielsweise Autobahnblockaden. (red/ag)

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