„Aber alte Besen kennen die Dreckecken“

Frankfurt - „Neue Besen kehren gut, aber die alten Besen wissen, wo die Dreckecken sind.“ Süffige Sprüche wie diesen hat Claus Kapelke drauf, wenn es darum geht, gegen die Unsitte am Arbeitsmarkt Stimmung zu machen, ältere Arbeitnehmer zu entlassen beziehungsweise gar nicht erst einzustellen und auch deren Weiterbildung zu vernachlässigen.Von Michael Eschenauer

Weiterbildung, so der Vorstandsvorsitzende von „Weiterbildung Hessen e.V.“, „darf nicht ab dem 50. Lebensjahr wegkippen. Wir sichern unsere Arbeitsplätze im globalen Wettbewerb nur dann, wenn wir besser sind als andere. Und das sind wir nur mit qualifizierten Leuten“. Wirklich billig produzieren, das weiß Kapelke aus langjähriger Erfahrung, können andere Länder viel besser.

Für Arbeitnehmer, die sich einen Überblick über die verschiedenen Weiterbildungsangebote verschaffen wollen, hält Weiterbildung e.V. eine Datenbank mit weit über 10 000 Kursen bei über 700 Anbietern bereit. Diese finden Sie hier.

Damit zumindest das Bundesland Hessen in dieser Kampfzone nicht ins Hintertreffen gerät, veranstaltet der 2003 mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums gegründete Verein, in dem sich derzeit 316 Einrichtungen der allgemeinen, beruflichen und politischen Bildung organisieren, zum vierten Mal seinen Wettbewerb „Weiterbildung innovativ 2009“. Noch bis zum 4. September können Weiterbildungsanbieter aller Art neue Kurse vorstellen und auf einen Preis hoffen. Die Fachleute ihrerseits warten auf Impulse im Bereich der Qualifizierung von älteren Arbeitnehmern, auf neue Ideen für das „Nachhaltige Lernen“ mit Lern- und Bildungsangeboten, die aufeinander aufbauen, außerdem auf wirkungsvolle Ansätze, um bildungsferne Gruppen zu erreichen und neue Schulungskonzepte zur Flexibilisierung der Arbeitnehmer bei Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Preisträger im vergangenen Jahr waren die Fortbildung zum Geodatenmanager, das Angebot eines Realschulabschlusses über den Computer, neue Lernmethoden für Behinderte oder Kurse, die den Realitätsschock mildern, der oft Azubis ereilt, die ins Berufsleben einsteigen. Die Auszeichnung der Preisträger wird Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch am 28. Oktober vornehmen. Der FDP-Politiker ist Schirmherr des Wettbewerbs der Bildungsanbieter.

Weitere Informationen über die Organisation Weiterbildung Hessen e.V. sowie über den Weiterbildungswettbewerb finden Sie hier. 

Sehr gut, so Kapelke und Barbara Ulreich, Geschäftsführerin von Weiterbildung Hessen, laufe das im Frühjahr 2008 gestartete Angebot der „Qualifizierungsschecks“. Arbeitnehmer ab 45 Jahren, aber auch Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten, die sich zur beruflichen Weiterbildung entschließen, erhalten die Hälfte der jeweiligen Kosten bis zu 500 Euro erstattet. Voraussetzung ist, dass die Betreffenden keinen anerkannten Abschluss für ihre derzeitige Tätigkeit besitzen und zuvor an einer Bildungsberatung teilgenommen haben. „Bisher haben wir 1200 Bildungsschecks ausgegeben, aber uns stehen bis 2013 insgesamt acht Millionen Euro an Landesmitteln in diesem Bereich zur Verfügung“, so Ulreich.

Weiterbildung Hessen e.V. empfiehlt sich den Qualifizierungsinteressierten auch als Instanz zur Qualitätssicherung. Weiterbildungsbetriebe mit einer Mitgliedschaft können ein Qualitätssiegel vorweisen. „Alle drei Jahre überprüfen unsere Gutachter die Einrichtungen nach einem strengen Katalog“, so Kapelke. Rund 70 Prozent der Mitgliedsbetriebe sind im Bereich berufliche Weiterbildung tätig.

Quelle: op-online.de

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