Jürgen Walter und die SPD

Kommentar: Uhr ist abgelaufen

Er verglich sein Parteiordnungsverfahren mit den berüchtigten Moskauer Prozessen und nannte das Verhalten der Schiedskommission rechtsstaatlich bedenklich. Nun gibt SPD-Rebell Jürgen Walter anscheinend klein bei und will seine Partei im Bundestagswahlkampf nicht weiter belasten. Diesem Argument für seinen Verzicht auf eine Berufung gegen die Parteistrafe zu glauben, fällt schwer. Von Peter Klebe

Wahrscheinlicher ist, dass der 41-Jährige endlich gemerkt hat, dass seine Uhr auf der politischen Bühne der SPD längst abgelaufen ist, auch wenn er das öffentlich nie eingestehen würde.

Bis zuletzt hat Walter nicht erkannt, dass nicht sein unbestrittenes Recht auf eigene Meinung und auf sein persönliches Abstimmungsverhalten kritisiert wurde, sondern der Zeitpunkt seines Handelns beim Sturz der Ex-Landeschefin Andrea Ypsilanti. Bleibt zu hoffen, dass er nach der Bundestagswahl die Partei nicht erneut belastet. Denn die SPD muss weg von den quälenden Personaldebatten und hin zur Sachpolitik. Dort liegt ihre Stärke.

Quelle: op-online.de

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