Abgemagert und kotbeschmiert

Marburg - Eine 24 Jahre alte Mutter hat vor dem Marburger Landgericht eingeräumt, ihre Tochter nicht ausreichend gefüttert und gepflegt zu haben. Dadurch geriet das etwa ein Jahr alte Kind, das bis auf 3600 Gramm abmagerte, in Lebensgefahr.

Die 24-Jährige muss sich seit Freitag wegen versuchten Totschlags verantworten. Die im mittelhessischen Gladenbach lebende Frau soll dem Kind „aus Überforderung und mangelnder Empathie“ nicht genug zu essen und zu trinken gegeben und es nicht gewickelt haben. Die Angeklagte sagte, sie sei damals nach der Trennung von ihrem Mann allein, in einer schwierigen Lage und krank gewesen. „Ich wusste mir nicht zu helfen. Ich war wie in Trance“, sagte sie. Sie habe sich schläfrig, müde und abgeschlagen gefühlt.

Laut Verteidigung leidet die Frau unter einer Blutkrankheit, die zu „massiven Erschöpfungszuständen“ führt. Mitarbeiter des Jugendamtes hatten sich mit Hilfe der Polizei Zugang zu der Wohnung verschafft. Sie brachten das abgemagerte und kotbeschmierte Mädchen ins Krankenhaus. Dass sie nicht selbst Hilfe geholt hatte, begründete die Mutter unter anderem mit Angst, ihre Kinder zu verlieren. Sie hat nach eigenen Angaben drei Kinder. Die beiden ältesten leben bei ihren Schwiegereltern. Das jüngste gab sie zur Adoption frei.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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