Schaden von 1,6 Millionen Euro entstanden

Abrechnungsbetrug: Sechs Jahre Haft für Apotheker

+

Frankfurt - Weil er Krankenkassen mit „frisierten“ Rezepten um einen Millionenbetrag geprellt hat, ist ein Apotheker vom Landgericht Frankfurt zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht bezifferte den im Zeitraum von nur vier Monaten entstandenen Schaden am Donnerstag auf knapp 1,6 Millionen Euro. Der 54 Jahre alte Pharmazeut hatte zahlreiche manipulierte oder total gefälschte Arzneimittelverordnungen bei den Kassen zur Abrechnung eingereicht, obwohl die teilweise sehr teuren Aids- oder Krebsmittel gar nicht ausgehändigt wurden. Stattdessen erhielten die Kunden jeweils rund 20 Prozent des Rezeptwertes in Bar ausgezahlt. Drogenabhängige Kunden erhielten von dem Mann in mehreren Fällen das Rauschgift Rohypnol ohne Rezept. Ende 2009 wurde die Apotheke durchsucht und geschlossen.

Lesen Sie dazu auch:

Apotheker verkaufte Ersatzdrogen an Abhängige

Der Angeklagte hatte vor Gericht lediglich ein Teilgeständnis abgelegt. Die Richter sahen ihn allerdings als vollständig überführt an. Mehrere seiner Mitarbeiter hätten darauf hingewiesen, dass sein Geschäftsgebaren kriminell sei. Neben der Haft verhängte das Gericht ein Berufsverbot für den Mann. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft und Berufsverbot gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe.

dpa

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare