Absage an höhere Steuern

Frankfurt - Auf scharfe Ablehnung der hessischen Wirtschaft stoßen die Pläne von SPD und Grünen für eine Einführung einer Vermögensteuer oder -abgabe und für eine Anhebung weiterer Steuern und Abgaben.

Die Inhaber, Vorstände und Geschäftsführer von knapp 500 Unternehmern mit 65 000 Beschäftigten haben einen Aufruf der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) für Investitionen und gegen Steuererhöhungen unterschrieben. Darin lehnen die Unternehmer die „investitionsfeindlichen“ Pläne für höhere Steuern auf Vermögen, Gewinne und Einkommen ab: „Sie reduzieren Investitionen und gefährden dadurch den Erhalt von Betrieben und Arbeitsplätzen. “ VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender erklärte: „Die Steuererhöhungspläne werden - trotz Beschwichtigungen mancher Parteien - alle Betriebe belasten: große, mittlere und kleine. “.

Simone Weinmann-Mang, geschäftsführende Gesellschafterin der Arno Arnold GmbH in Obertshausen, die flexible Maschinenabdeckungen herstellt, warnte vor einer Vermögensbesteuerung: „Seit ich 1984 zusammen mit meinem Mann die Firma Arno Arnold von meinen Eltern übernommen habe, haben wir kein einziges Mal Gewinne ausgeschüttet. Das Geld haben wir stattdessen im Unternehmen belassen und investiert.“ Weinmann-Mang erklärte: „Wenn morgen eine Vermögensteuer in Form einer Substanzbesteuerung eingeführt wird, sind mein Mann und ich das erste Mal seit 29 Jahren gezwungen, unserem Unternehmen Gewinne zu entziehen.“

Auch Dirk Hinkel, geschäftsführender Gesellschafter des Getränkeherstellers Hassia Mineralquellen GmbH in Bad Vilbel, sagte: „Hassia hat in den vergangenen Jahrzehnten stets etwa 50 Prozent des Gewinns vor Steuern im Unternehmen belassen und für Erweiterungsinvestitionen eingesetzt. Würde das betrieblich gebundene Vermögen künftig besteuert, müssten wir Anlagen stilllegen und unsere Eigenkapitalquote von über 50 Prozent reduzieren.“ Annette Beller, Finanzvorstand des Medizintechnikherstellers B. Braun Melsungen AG, erklärte: „Die Auswirkungen der geplanten Vermögensteuer beziehungsweise Vermögensabgabe auf unser Unternehmen wären doppelt schädlich: Dem Unternehmen würde weniger Liquidität und Eigenkapital zur Verfügung stehen. Dies würde dazu führen, dass die für uns wichtigen Investitionen eingeschränkt werden müssen.“

Ernö Theuer, Geschäftsführer des Maschinenbauunternehmens Hegra Lineare Führungssysteme und Teleskopschienen GmbH & Co. KG in Limburg, rief SPD und Grüne auf, die Steuererhöhungspläne zurückzunehmen. „Glaubt jemand, dass dann noch investiert würde, wenn man nur gut ein Drittel des Gewinns behalten darf? Dass dann Unternehmer wie wir noch die hohen Risiken eingehen, die in der Wirtschaftskrise 2009 und 2010 offenbar wurden?“ Mit der Sorge um die Kaufkraft seiner Kunden begründete der Bauunternehmer Karl Heinrich Hofmann aus Kronberg seine Kritik an den Steuerplänen.

ku

Quelle: op-online.de

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