Gericht erklärte Angeklagten für voll schuldfähig

Adoptiveltern erpresst: Sechs Jahre Haft für 25-Jährigen

Wiesbaden - Getrieben von Drogensucht und Hass bedroht und erpresst ein 25-Jähriger seine Adoptiveltern. Es ist nicht das erste Mal, dass der Mann gewalttätig gegen seinen Vater und seine Mutter wird.

Zu sechs Jahren Haft hat das Landgericht Wiesbaden einen 25-Jährigen verurteilt, weil er seine Adoptiveltern erpresst, bedroht und seine Mutter entführt hat. Der Mann sei des erpresserischen Menschenraubs, der räuberischen Erpressung und der versuchten Freiheitsberaubung schuldig, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk in der Urteilsbegründung am Montag. Der Angeklagte hatte in dem Verfahren die Taten gestanden. Was die Eltern vielleicht als Opfer noch ertragen hätten, sei für die Rechtsordnung so nicht hinzunehmen. Obwohl der 25-Jährige psychische Probleme habe und drogenabhängig sei, erklärte ihn das Gericht für voll schuldfähig.

Der Angeklagte lächelte bei der Urteilsbegründung immer wieder und warf Blicke zu seinen Eltern auf der Zuschauerbank. Die Entschuldigung an die Adoptiveltern, die er während des Prozesses vorgebracht hatte, war für das Gericht den Angaben zufolge nicht glaubhaft. Das Urteil liegt über den Forderungen der Staatsanwaltschaft von fünf Jahren und sieben Monaten. Die Verteidigung hatte auf drei Jahre plädiert.

Gerade weil sich die Tat gegen die engsten Familienmitglieder gerichtet habe, müsse der Mann hart bestraft werden, begründete Staatsanwalt Johannes Schmidt das geforderte Strafmaß in seinem Plädoyer. Die Verteidigerin hatte dagegen erklärt, ihr Mandant sei nicht so gefährlich wie von der Staatsanwaltschaft beschrieben.

Um seinen Forderungen nach 10.000 Euro Nachdruck zu verleihen, hatte der Mann im Sommer dieses Jahres seine Eltern erst in einen Keller gesperrt und seine Adoptivmutter am Folgetag in einem Auto entführt. Auch schon zuvor soll er gewalttätig gegenüber seine Adoptiveltern gewesen sein. Deshalb mahnte der Richter, wenn er sein Verhalten nicht ändere, sei bei der nächsten Verurteilung eine Sicherheitsverwahrung nicht auszuschließen. Die Verteidigerin kündigte an, sie wolle wahrscheinlich gegen das Urteil in Revision gehen. (dpa)

Quelle: op-online.de

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