Adventskalender

Ein alter Brauch in neuem Gewand

Hinter jedem Türchen verbirgt sich ein Wellnessprodukt.

Noch nie gab es so viele verschiedene Versionen des Adventskalenders wie in diesem Jahr. Ein alter Brauch in neuem Gewand, der Adventskalender.

Längst hat der allseits beliebte Schokoladen-Adventskalender starke Konkurrenz bekommen und neben diversen Spielzeug-Adventskalendern für Kinder erscheinen auch zahlreiche Kalender für Erwachsene auf dem Markt. Und auch das World Wide Web mischt in diesem Jahr kräftig im Geschäft der Adventskalender mit und überrascht mit Produkten aus der digitalen Welt. Aber woher kommt eigentlich die Idee des Adventskalenders und warum ist er so beliebt?

Die Ursprünge des Adventskalenders

Der Ursprung des Adventskalenders liegt im 1900 Jahrhundert, wo er in erster Linie als Zählhilfe in der Vorweihnachtszeit verwendet wurde. Da damals nicht jeder des Lesens und Schreibens (oder Rechnens) mächtig war, waren besonders das Aufhängen von 24 Bildern oder das Malen von Kreidestrichen am Türrahmen beliebt, um die verbleibenden Tage bis zum Heiligen Abend zu zählen. Schon damals wurden vorrangig Kinder in dieses Ritual eingebunden. Der heute so beliebte Aufreißkalender mit 24 Türchen verbreitete sich erst ab circa 1920 und gab anfänglich noch bunte Bilder preis. In den 50er Jahren erst, wurde der Adventskalender als Massenprodukt in Deutschland hergestellt und dementsprechend günstig der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht.

Heutzutage ist der Adventskalender weniger eine Zählhilfe, sondern wird vielmehr verschenkt, um Kindern die Vorfreude auf Weihnachten zu versüßen. Reine Bildkalender wie in den 50er Jahren werden nur noch wenig produziert, am weit verbreitetsten ist heutzutage der klassische Schokoladen-Adventskalender.

Eine Idee, viele Formen

Wer sich heute mit einem Adventskalender vergnügen möchte, braucht nicht einmal mehr Geld auszugeben. Auf zahlreichen Portalen hat der Kalender bereits Einzug in die digitale Welt erhalten und so werden beispielsweise kostenlose Hörspiel-Adventskalender angeboten, bei denen jeden Tag ein kleines Kapitel gehört werden kann. Und auch das Marketing nutzt den großen Beliebtheitsgrad des Adventskalenders für seine Zwecke. Massenweise ködern Firmen potentielle Kunden über Gewinnspiele, bei welchen jeden Tag im Dezember Geschenke verlost werden. Der Adventskalender als solcher ist demnach so beliebt wie nie zuvor und das nicht zuletzt wegen seiner unglaublichen Wandelbarkeit. Zudem hält er mit jedem Türöffnen die Weihnachtsstimmung ein wenig präsent.

Diese Stimmung nimmt heute durchaus andere Formen an, als noch vor einigen Jahren, seit Weihnachtskalender für Erwachsene immer häufiger verschenkt werden. Die Füllungen bestehen dann zum Beispiel aus 24 Bierflaschen, Whisky oder DVD's und sind dementsprechend kostspielig. Auch bleibt fraglich, welche Weihnachtsbotschaft hiermit übermittelt werden soll und ob das eigentliche Weihnachtsfest angesichts solch bombastischer Adventskalender nicht eher ins Hintertreffen gerät. Doch auch die Kinderkalender rüsten nach und sind inzwischen mit Schlümpfen, Barbies oder Lego bestückt. Überraschender Weise besitzen dennoch erstaunlich viele Kinder einen Zweitkalender und dieser ist selbstredend der klassische Schokoladen-Adventskalender.

Basteln oder kaufen?

Trotz der großen Vielfalt an käuflich erwerblichen Adventskalendern setzten bevorzugt Eltern und Paare auf Kalender zum Selberbasteln. Diese sind, je nach verwendeten Materialien und Geschenken, nicht nur wesentlich preisgünstiger, sondern können individuell auf das Kind oder den Partner abgestimmt werden. So können echte Kunstwerke aus Kartons, Schubladen, Papiertüten oder Säckchen entstehen, die der Vorweihnachtszeit ihr gewisses Etwas verleihen und das Kinderzimmer oder Wohnzimmer in weihnachtlichem Glanz erstrahlen lassen. Und wer zum Basteln keine Zeit hat, kann sich für den Zwitter unter den Adventskalendern entscheiden. Einfach den Adventskalender online bestellen und vom Hersteller mit individuellen Geschenkideen befüllen lassen. Derzeit wird diese Idee noch von wenigen Anbietern verkauft, daher könnte sich hier ein Trend für das nächste Jahr entwickeln.

Quelle: op-online.de

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