Wiesbadener Skandalurteil

Kritik an „Kulturbonus“ für Deutsch-Afghanen

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Wiesbaden - „Kulturbonus für einen Ehrenmörder?“ lauteten die Schlagzeilen nach dem Urteil gegen einen Deutsch-Afghanen, der seine schwangere Ex-Freundin erstochen hat. Der Fall schlägt weiter hohe Wellen.

Das Wiesbadener Urteil gegen den Deutsch-Afghanen sorgt weiterhin für Unverständnis und Kritik. Der Vater der ermordeten 22-jährigen Frau sagte der „Bild am Sonntag“: „Warum bekommt er für seinen kulturellen Hintergrund auch noch Strafmilderung? Er ist schließlich hier geboren! Ich als Christ bekäme ja auch die volle Strafe.“

Das Landgericht hatte den 24-Jährigen am vergangenen Montag zwar zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, eine besondere Schwere der Schuld aber verneint. Das kann Auswirkungen auf die Haftdauer haben. Möglicherweise könnte der Mann nach 15 Jahren frei kommen. Der Täter habe „sich aufgrund seiner kulturellen und religiösen Herkunft in einer Zwangslage befunden“, so die Einschätzung des Gerichts. Der Vater sagte nach dem Urteil: „Ein Mensch, der nicht zögert, mit der Mutter auch das ungeborene Kind zu ermorden, alles eiskalt plant – das muss doch für die besondere Schwere der Schuld ausreichen.“ Der Täter hatte die Frau im Februar 2013 erstochen, weil sie das gemeinsame Kind nach der Trennung nicht abtreiben wollte. Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass der Student seinem Opfer auflauerte und dreimal hinterrücks auf die 22-Jährige einstach.

Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse geht in Revision: „Wir sehen beim Täter eine besondere Schwere der Schuld, weil bei der Tat mehr als ein Mordmerkmal zusammenkam: Heimtücke und niedrige Beweggründe. Darüber hinaus hat sich der Täter eines Schwangerschaftsabbruchs schuldig gemacht.“

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dpa/ad

Quelle: op-online.de

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