Christiane Gleissner Spitzenkandidatin

AfD setzt auf eine Frau

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Wiesbaden/Gießen - Ungeachtet der internen Querelen hat die Alternative für Deutschland (AfD) in Gießen ihre Liste für die hessische Landtagswahl aufgestellt.

Die Zahnärztin Christiane Gleissner (Friedberg) führt die eurokritische Partei als Spitzenkandidatin in den Landtagswahlkampf. Auf Platz zwei wählten die mehr als 200 Delegierten am Samstag bei dem Parteitag den Anlageberater und Ökonomen Simon Roger (Wiesbaden). Der emeritierte Medienwissenschaftler Prof. Wolfgang Schöhl (Darmstadt) landete auf Platz drei. Das teilte Vorstandssprecher Albrecht Glaser mit.

Alle drei Kandidaten wurden erst im zweiten Wahlgang gewählt und hatten mehrere Herausforderer. Gleissner erhielt 132 von 237 Stimmen, Roger kam auf 155 Stimmen und Schöhl auf 148. Der Landesverband hatte bereits am vergangenen Wochenende in Kassel die Liste für die Bundestagswahl aufgestellt.

Der Austritt von Vorstandssprecher Walter Schäfer (Kreis Offenbach) habe keine Rolle gespielt, sagte Glaser. „Das Klima war sehr gut.“ Roger folge Schäfer laut Satzung nach und Gleissner übernehme das Amt der Stellvertreterin. Neben Glaser, der früher Stadtkämmerer in Frankfurt war, ist weiterhin auch der Banker Eberhard von dem Bussche Sprecher des Landesvorstands.

Programmperteitag wohl erst im September

Das Wahlprogramm sei als Entwurf verabschiedet worden und zur Weiterberatung in die Kreisverbände weitergeleitet worden, sagte Glaser. Dort solle es nun beraten und bei einem Programmparteitag abschließend diskutiert und verabschiedet werden. Dieser werde voraussichtlich aber erst nach der Landtags- und Bundestagswahl am 22. September stattfinden.

Der Programm-Entwurf sieht unter anderem vor, Volksbegehren einfacher zu machen und die Höhe der Abgeordnetendiäten im Landtag einem unabhängigen Gremium zu überlassen. Kernthema der AfD sei aber auch in Hessen „der Kampf gegen die verhängnisvolle Euro-Rettungspolitik“. Das wirtschaftsstarke Bundesland brauche qualifizierte und keine ungeordnete Zuwanderung, heißt es in dem sechsseitigen Papier. Befürwortet werden auch ein kostenloser Kindergartenbesuch und steuerliche Entlastungen von Familien. Mietpreisbremsen werden als ungeeignet abgelehnt.

dpa

Quelle: op-online.de

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