Der Überflieger

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Zum dritten Mal seit 2005 kommt ein Airbus A380 zum Frankfurter Flughafen. Anlass ist eine Generalprobe, wie man in der Theatersprache sagt.

Frankfurt ‐ Majestätisch rollt das größte Passagierflugzeug der Welt über die Landebahn. Zum dritten Mal seit 2005 kommt ein Airbus A380 zum Frankfurter Flughafen. Anlass ist eine Generalprobe, wie man in der Theatersprache sagt.

Und ein bisschen Theater ist auch dabei, wenn Lufthansa und Flughafenbetreiber Fraport den Flugzeugtyp zum letzten Mal vor dem Einsatz im normalen Flugbetrieb im Juni hier testen wollen. „Da muss alles sitzen“, sagt der Leiter von Flug- und Terminalbetrieb der Fraport, Martin Bien, über die Aufgabe von rund 180 Mitarbeitern aus acht Firmen. Er ist nach den letzten drei Monaten intensiver Vorbereitung sicher: „Es wird keine haarigen Momente geben.“ Ähnlich sieht es Andreas Döpper, Leiter der „Station Frankfurt“, wie es im Lufthansa-Deutsch heißt: „Wir testen ja das miteinander und auch die Geräte.“

Vom Fahrwerk fasziniert - ein Techniker in Frankfurt.

Schon kurz nach dem Einrollen des Fliegers werden drei Fluggastbrücken zum Aussteigen ausgefahren. Sie gehören zu den neuen Konstruktionen, die für die durchgehend auf zwei Ebenen bestuhlte Maschine nötig waren. Von unten werden Schläuche angelegt, die den nötigen Strom liefern. Außerdem gibt es Leitungen für den Abtransport von Abwasser und Zuleitungen für die Wasser- und Kerosinversorgung. Zwei Catering-Wagen rollen heran und liefern ihre Fracht am oberen Deck der Maschine ab. Im hinteren Teil wird eine Treppe herangefahren: Darüber verlassen die Piloten und das Kabinenpersonal den Flieger. Der Reinigungstrupp gelangt auch so hinein.

Einer der beiden deutschen Piloten, die den Jet aus Toulouse nach Frankfurt gesteuert haben, zeigt sich zufrieden: „Es war ein sehr angenehmer Flug bei fantastischem Wetter.“ Allerdings hätten sie sehr viel länger als die üblichen zwei Stunden für die Strecke gebraucht. „Wir haben noch Systemtests an Bord gemacht. Deshalb ging es über Zürich. Also alles andere als die direkte Strecke“, berichtet Martin Scheuermann. Beide Piloten betonen, dass sich die A380 leicht fliegen lasse.

Gigant der Lüfte: Der Airbus A380

Gigant der Lüfte: Der Airbus A380

Im Mai soll die erste Luft hansa-A380 mit dem Namen „Frankfurt“ ausgeliefert werden. Die ersten Passagiere dieser Maschine werden am 6. Juni von Frankfurt aus nach Südafrika fliegen - es ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, wie Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty verrät. Erst nach diesem Sonderflug werde die Maschine im Linienverkehr eingesetzt.

Bis zum Spätsommer sollen vier A380 an die Lufthansa ausgeliefert sein. Insgesamt 15 Maschinen dieses Typs hat die größte Fluggesellschaft Europas bestellt. Die gestern in Frankfurt gelandete Maschine hat noch kein Lufthansa-Logo, auf der Heckflosse ist statt dessen in weißer Schrift auf blauem Grund „Airbus A380“ zu lesen. In der zweiten Mai-Hälfte, wenn die „Frankfurt“ kommt, wird dagegen das Lufthansa-Logo zu sehen sein. Noch steht die „Frankfurt“ in der Airbus-Werft Hamburg-Finkenwerder. Der Lack im blau-gelben Lufthansa-Design soll schon trocken sein.

Fragen und Antworten:

Wie groß ist der Jet?

Mit einer Spannweite von knapp 80 Metern ist der A380 breiter als ein normales Fußballfeld. Die Länge beträgt fast 73 Meter, in der Höhe überragt die Maschine mit gut 24 Metern sogar mehrstöckige Häuser.

Wie viele Menschen haben Platz?

In der Standardausführung gibt es in zwei Stockwerken 525 Sitze für die Passagiere. In der Regel ist die Maschine mit einer First Class, einer Business Class und einer Economy Class ausgestattet. Maximal möglich wäre auch eine Bestuhlung für 853 Passagiere in nur einer Klasse.    

Wieviel Sprit braucht der Jet?

Mit unter drei Litern Kerosin pro 100 Kilometer und Passagier gilt der A 380 als besonders sparsam.

Welche Fluggesellschaften haben den Superflieger?

Bei Fluggesellschaften wie Singapore Airlines, Emirates oder Air France sind bereits mehr als zwei Dutzend der Maschinen im Einsatz.

Wie teuer ist der Jet?

Laut Listenpreis sind knapp 350 Millionen Dollar (260 Millionen Euro) für das Flugzeug zu zahlen.

dpa

Quelle: op-online.de

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