Airlines gehen vor Prozessstart in die Offensive

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So soll die Nord-West-Landebahn aussehen.

Offenbach - Der Verwaltungsgerichtshof Kassel verhandelt ab 2. Juni über den Ausbau des Frankfurter Flughafens im Hauptverfahren. Anwohner und Kommunen wollen den Bau der Nordwestbahn noch verhindern, Fluggesellschaften klagen gegen Einschränkungen im Nachtflugverkehr. Von Peter Schulte-Holtey

Die Baugenehmigung sieht vor, dass zwischen 23 und 5 Uhr 17 Flüge möglich sind, derzeit sind es nach Angaben des Airline-Verbands Barig rund 40 in dieser Zeit. In einem Eilverfahren hatte das Gericht bereits angedeutet, dass es den Ausbau voraussichtlich erlauben wird, Nachtflüge aber stärker einschränken könnte. Die Richter beziehen sich dabei auf den Landesentwicklungsplan, in dem keine geplanten Flugbewegungen zwischen 23 und 5 Uhr vorgesehen sind.

Die Fluggesellschaften gehen jetzt in die Offensive: So schlägt der Airline-Verband eine Lärm-Kontingentierung für Nachtflugbewegungen (statt einer festgelegten Zahl von Starts/Landungen) vor. Die Barig-Vorsitzende Christine Alig betont, die europäischen Mit-Wettbewerber in London, Paris oder Amsterdam würden die wirtschaftlich notwendigen Nachtflüge alle erlauben. Zudem würde ein absolutes Nachtflugverbot in Frankfurt auch eine Signalwirkung auf andere Flughäfen in Deutschland haben. „Wenn man Frankfurt nachts schließt, gibt es keinen Grund, irgendeinen anderen deutschen Flughafen nachts offen zu halten“, heißt es.

Auch die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) kann einer Lärm-Kontingentierung etwas abgewinnen. „Die enge Vernetzung von Passage und Fracht braucht Ausnahmen vom grundsätzlichen Nachtflugverbot. Und da die eigentliche Diskussion um eine ausgewogene Balance zwischen Wachstum und Lärmschutz geht, kann ein Lärmkontingent durchaus der klügere Ansatz sein als die absolute Zahl der Flugbewegungen“, so VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender. „Sollte es im Rechtsstreit also - entgegen unserer Erwartung - zur Notwendigkeit kommen, neu über den Ausgleich von Wirtschaftswachstum und Lärmschutz nachzudenken, empfehlen wir, den Barig-Vorschlag aufzugreifen.“

Gegenrede kommt aus Offenbach. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß misstraut Versprechen der Fluggesellschaften. Am Nachtflugverbot will er nicht rütteln: „Wir sind guten Mutes, dass die oberste hessische Verwaltungsgerichtsbarkeit die Position der Stadt Offenbach bestätigen wird.“

Quelle: op-online.de

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