Vertrag zu Rennbahn-Übergabe könnte platzen

DFB-Projekt erneut auf der Kippe

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So soll die neue DFB-Akademie aussehen. Mit dem Bau soll Anfang 2017 begonnen werden, Ende 2018 ist die Eröffnung geplant.

Frankfurt - Nervenkrieg um die geplante „Akademie“ des Deutschen Fußball-Bunds (DFB): Weil einer der Beteiligten bei der Übereignung des Rennbahn-Grundstücks an den DFB damit droht, den Vertrag platzen zu lassen, steht das imageträchtige erneut auf der Kippe. Von Michael Eschenauer

Die Bombe platzte bei einer öffentlichen Diskussion über das mit dem DFB-Projekt verbundene Ende der Niederräder Pferderennbahn. Der ehemalige Mitbesitzer, der Bad Homburger Steuerberater und Geschäftsmann Manfred Hellwig, drohte, er werde seine Anteile an der Rennbahngesellschaft Hippodrom nicht wie erforderlich an die Stadt verkaufen. Macht er diese Ankündigung, sie gilt für 49 Prozent der Anteile, wahr, kann die Stadt nicht über das Areal verfügen. Der geplante Rückzug des Pächters von der Bahn Ende des Jahres würde dann ebensowenig stattfinden wie die für Anfang 2016 vorgesehene Übergabe des Grundstücks an den DFB. Die DFB-Akademie soll bis 2018 fertig sein. Der Ausstieg aus dem Verkaufsvertrag ist für Hellwig möglich, weil die Stadt einer ihm gegenüber vertraglich zugesagten Verpflichtung bisher nicht nachgekommen ist. Danach subventioniert sie die Eintrittspreise an der Rennbahn. Es geht um eine Summe von rund 52.000 Euro.

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Auslöser für die Kündigungsdrohung seien, so Hellwig, „ehrverletzende Äußerungen“ seitens des Sportdezernenten Markus Frank (CDU) und des CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael zu Löwenstein. Beide hätten öffentlich sein Gebahren als Geschäftsführer des Rennveranstalters „Hippodrom“ in ein schlechtes Licht gerückt. Der Sprecher von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne), Mark Gellert, erklärte gestern, dass bisher kein offizielles Schreiben von Hellwig vorliege. Zudem gebe es weitere Möglichkeiten. Dabei könnte es sich um das Recht der Stadt handeln, 51 Prozent der Rennbahn-Geselschaft und damit deren Mehrheit zu erwerben. Dann hätte man die Entscheidungsgewalt zurückerobert.

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Quelle: op-online.de

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