Die Bad Boys of Dance gastieren in der Jahrhunderthalle

Akrobatische Tanz-Party

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Zwischen Modern Dance, HipHop und Kunstturnen bewegt sich die Show der selbst ernannten Bad Boys of Dance.

Frankfurt - „Best of Rock the Ballet“ - die furiose Tanzshow präsentiert Höhepunkte aus drei Programmen. Von Christian Riethmüller 

„I Gotta Feeling That Tonight’s Gonna Be A Good Night“ - diese Zeilen aus dem Hit „I Gotta Feeling“ der Black Eyed Peas sind bei den Auftritten der amerikanischen Tanzformation Bad Boys of Dance eine Art Programmauftrag. Dem - vornehmlich weiblichen - Publikum einen guten Abend zu bescheren ist das Ziel. Zu diesem Zweck gibt es nicht nur reichlich spektakuläre Sprünge, sondern auch immer wieder die austrainierten nackten Oberkörper der Tänzer zu bestaunen. Augenzwinkernde Querverweise etwa auf die Chippendales sind dabei sogar Teil des Programms, wenn die Tänzer bei der Choreographie zum Hit „White Walls“ von Macklemore & Ryan Lewis mit schwarzen Schlipsen über nackter Haut angetan sind.

Doch die ironische Kopie ist nur eine von vielen Facetten des im Jahr 2008 begründeten Projekts „Rock the Ballet“. Der heute als künstlerischer Direktor der Compagnie tätige Tänzer und Choreograph Rasta Thomas und seine Ehefrau, die gleichfalls choreographierende Tänzerin Adrienne Canterna wollen mit ihren mittlerweile drei Programmen den - selbstverständlich gesprungenen - Spagat zwischen Modern Dance, HipHop, Jazz Dance und klassischem Ballett, aber auch zwischen Kampfsport und Kunstturnen hinbekommen. „Wir möchten einer neuen Generation Ballett nahebringen“, beschreibt Solotänzer Robbie Nicholson die Intention, wobei klassisches Ballett eher in der Anmutung mancher Tanzfigur Ausdruck findet als in formal eingesetzten Schrittfolgen. Nicholson selbst etwa hat gar keine klassische Ballett-Ausbildung genossen, obwohl gerade seine Figuren die Tradition inmitten der auf Spektakel ausgerichteten Choreographien bewahren.

Akrobatik zum Rhythmus von Welthits

Zu Hits von Lenny Kravitz, Coldplay, Aerosmith, Alicia Keys, OneRepublic, Queen, Prince oder Michael Jackson und vor einer großen Leinwand, auf der Videoprojektionen ablaufen, wird gesprungen und sich überschlagen, als gelte es, einen Akrobatikwettbewerb zu bestreiten. Dazu sind viele Hebefiguren zu sehen, die den Zuschauer eher hinwegtragen, als den Blick auf eine simple Liebesgeschichte zu lenken, die den ja aus unterschiedlichen Programmen stammenden Szenen zumindest ein lose verbindendes Band mitgeben soll. Zudem erlaubt es die kleine Geschichte, dem männlichen Ensemble eine Primaballerina zur Seite zu stellen, die mit ihren Figuren der Tanz-Party bisweilen eine ruhigere Note gibt.

Als Abschiedsvorstellung wollen die Bad Boys of Dance die aktuelle Tournee von „Best of Rock the Ballet“ übrigens nicht verstanden wissen, auch wenn Adrienne Canterna mit „Romeo and Juliet“ schon das nächste Projekt gestartet hat. „Wir hoffen schon, dass es weiter geht“, sagt Robbie Nicholson und setzt dabei natürlich auch auf die „gute Nacht“, die die Show dem Publikum noch immer zu bereiten versteht.

 „Best of Rock the Ballet“ ist von 21. bis 23. April in der Jahrhunderthalle Frankfurt zu sehen.

Wie werde ich...? Artist/in

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Quelle: op-online.de

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