Al-Wazir: Längere Nachtruhe am Airport nötig

„Schwarz-Grün nur, wenn es leiser wird“

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Der Landesvorsitzende der Grünen in Hessen: Tarek Al-Wazir

Frankfurt - Die Grünen in Hessen haben für das Zustandekommen von Schwarz-Grün konkrete Veränderungen am Betrieb des Frankfurter Flughafens benannt. Nötig seien eine längere Nachtruhe und eine unverrückbare Lärm-Höchstgrenze.

Dies sagte der Landesvorsitzende Grünen, der Offenbacher Tarek Al-Wazir dem „Spiegel“. CDU-Landeschef Volker Bouffier lobte die Grünen derweil als „im besten Sinne bürgerlich“. Der Frankfurter Flughafen gilt als Knackpunkt für das Zustandekommen der ersten schwarz-grünen Koalition in einem deutschen Flächenland. Al-Wazir sagte, „wenn wir es nicht hinkriegen, dass es am Ende für die Anwohner leiser wird, können wir diese Koalition nicht machen.“ Der Frankfurter Flughafen habe zwar eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Aber er liege auch mitten in einem dichtbesiedelten Ballungsraum und dürfe nicht betrieben werden, als ob er in der Wüste läge.

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Al-Wazir forderte, der als konservativ geltende CDU-Landesverband müsse sich „an bestimmten Punkten ändern“, wenn er mit den Grünen koalieren wolle. Die Christdemokraten wüssten aber, dass sie in einer Koalition mit den Grünen nicht mehr so auftreten könnten wie in den Zeiten ihres erzkonservativen früheren Vorsitzenden Alfred Dregger, so der Grünen-Chef.

CDU-Landeschef und Ministerpräsident Bouffier attestierte derweil den Grünen in seinem Bundesland „gewaltige Veränderungen“. Die hessischen Grünen seien „im besten Sinne bürgerlich“, sagte Bouffier der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Grünen seien bürgerlich, weil sie sich der Nachhaltigkeit und der Schöpfung verpflichtet fühlten. Bouffier räumte ein, dass ihn die Grünen früher „mächtig aufgeregt“ hätten. „Die Grünen hatten ja lange Zeit den Eindruck vermittelt, dass ihre Konzepte nicht nur in der Sache besser, sondern auch sonst überlegen seien.“ Spätestens nach der letzten Bundestagswahl wüssten aber auch die Grünen, dass die Menschen es nicht gut fänden, wenn ihnen zu viel vorgeschrieben werde.

Freude und Frust - Hessenwahl in Bildern

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Mit den Grünen sieht der hessische Regierungschef mehr strategische Gemeinsamkeiten als etwa mit der SPD: „Sozialdemokraten haben traditionell eine große Gläubigkeit an Planung und Großorganisation, Grüne nicht“, sagte Bouffier. „Wir glauben, dass wir die Probleme mit bürgerschaftlichem Engagement und dezentralen Lösungen besser in den Griff bekommen als mit einem zentralistischen Masterplan.“ Hessens SPD bestätigte derweil den seit vier Jahren amtierenden Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel auf einem Landesparteitag in Darmstadt mit 94,9 Prozent im Amt. Schäfer-Gümbel kündigte seiner Partei an, eine kraftvolle Opposition darstellen zu wollen.

afp

Quelle: op-online.de

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