Auch Co-Vorsitzende Schulz-Asche verzichtet

Al-Wazir tritt nicht mehr als Grünen-Chef an

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Der hessische Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Tarek Al-Wazir, kündigte an, wegen seines Wechsels in die Landesregierung die Parteiführung abzugeben. CDU und Grüne stellen am Mittwoch den Koalitionsvertrag der Öffentlichkeit vor.

Wiesbaden - Tarek Al-Wazir, seit 2007 Chef der hessischen Grünen, will am Samstag nicht mehr für den Vorstand antreten. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Der designierte Wirtschafts- und Verkehrsminister der schwarz-grünen Koalition, der außerdem ein Landtagsmandat hat und der Fraktion seit 2000 vorstand, will den Vorsitz abgeben.

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Zu viele Ämter für eine Person würden von der Basis auch kaum toleriert. Gleichwohl: Al-Wazir ist das Gesicht der hessischen Grünen und der Architekt des neuen Bündnisses mit der CDU. Auch seine Co-Vorsitzende Kordula Schulz-Asche, die in den Bundestag gewählt wurde, tritt nicht mehr an. Als Nachfolger gehandelt werden der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour, der Landtagsabgeordnete Kai Klose und die Darmstädterin Daniela Wagner, die den Wiedereinzug in den Bundestag am 22. September verpasste. Wagner gehörte dem Landtag von 1987 bis 1994 an und war bis 2000 auch Vorstandssprecherin. Damals hatte sie das Amt abgegeben, weil sie sich als Schuldezernentin in Darmstadt mit der Aufgabe überlastet fühlte.

Grünen-Chef Tarek Al-Wazir hat lange aufs Regieren gewartet

Hessens noch amtierender Grünen-Partei- und -Fraktionsvorsitzender Tarek Al-Wazir hat 15 Jahre auf der Oppositionsbank gewartet, nun kann er voraussichtlich auf die Regierungsseite wechseln. Dort soll er künftig das Wirtschafts- und Verkehrsministerium übernehmen. Die größte Herausforderung für ihn: der Streit um den Lärm am Frankfurter Flughafen. Der 42-jährige Offenbacher wird regelmäßig in Umfragen zum beliebtesten Politiker des Landes gewählt. Der Sohn eines Jemeniten und einer Deutschen gilt als eines der politischen Talente seiner Partei.

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Im Landtag ist er für messerscharfen Verstand und ätzende Kritik bekannt. Im Wahlkampf focht er zwar für Rot-Grün, hielt sich aber ein Hintertürchen zur CDU offen. Danach sondierte er das neue Bündnis professionell. Um sich stärker auf die Regierung zu konzentrieren, will sich Al-Wazir nun aus der Parteiführung zurückziehen. Seiner Frau ist er erstmals während seiner zwei Jahre im Jemen an einer internationalen Schule begegnet. Das Paar hat zwei Söhne.

wet/dpa

Quelle: op-online.de

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