Alarmruf der Hebammen

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Schlechte Arbeitsbedingungen und finanzieller Druck: Viele Hebammen geben auf.

Fulda - Nicht nur steigende Haftpflichtprämien setzen die Hebammen in Deutschland unter Druck. Auch die Arbeitsbedingungen in Kliniken verschlechtern sich aus ihrer Sicht. Der Bundesverband schlägt Alarm.

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) sieht die Geburtshilfe massiv gefährdet. Die Situation in den Kliniken verschlechtere sich zunehmend, kritisierte Verbandspräsidentin Martina Klenk gestern zum Auftakt der Bundesdelegiertenversammlung in Fulda. In den Kommunen sollte eine Basisversorgung sichergestellt werden, mit hausärztlicher Hilfe, Pflegedienstleistungen und Hebammenhilfe. „Diese drei Säulen müssen wohnortnah angeboten werden und können nicht zentralisiert werden“, forderte die Präsidentin, die mehr als 18 500 Mitglieder vertritt. Alarmierend sei die Tendenz zur Zentralisierung: „Eine flächendeckende Versorgung bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ist schon jetzt nicht mehr gegeben“, sagte Klenk. Die gesetzlich zugesicherte Wahlfreiheit des Geburtsortes gebe es in vielen Regionen nicht mehr, weil die freiberufliche Geburtshilfe weggefallen sei.

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Der Verband beobachte mit Sorge, dass immer mehr offene Hebammenstellen in der klinischen Geburtshilfe nicht mehr besetzt würden. „Die Arbeitsbedingungen der Hebammen in den Kliniken sind mittlerweile so schlecht, dass viele nicht mehr dort arbeiten möchten“, sagte Klenk. Eine Umfrage habe kürzlich ergeben: Massig Überstunden, zunehmende Teilzeitarbeit, hoher Personalmangel und immer mehr berufsfremde Tätigkeiten seien mittlerweile an der Tagesordnung. In den vergangenen Jahren hätten immer mehr freiberufliche Hebammen aufgegeben, weil steigende Haftpflichtprämien sie finanziell unter Druck setzten. Zahlten Hebammen im Jahr 2004 noch 1352 Euro für die Versicherung, ist es heute fast das Vierfache. Die hohen Prämien betreffen jene 3000 der gut 17.000 freiberuflichen Hebammen, die auch Geburtshilfe leisten.

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Krankenkassen können sich Behandlungskosten nach einem Geburtsfehler von der Hebammen-Haftpflicht zurückerstatten lassen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte angekündigt, die steigenden Haftpflichtprämien bremsen zu wollen. Der Verband fordert auch, präventive Leistungen anzuerkennen und Hebammenhilfe in das derzeit diskutierte Präventionsgesetz aufzunehmen. Von der Raucherentwöhnung über die Ernährung bis zur Bewegung helfen Hebammen laut Klenk bereits ab der Frühschwangerschaft, um Erkrankungen vorzubeugen.

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(dpa)

Quelle: op-online.de

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