Albrecht sieht sich als Opfer eines Putsches

+
Frank Albrecht

Frankfurt (mic/dpa) - Er prägte über viele Jahre die Positionen des hessischen und des Frankfurter Einzelhandelsverbandes, jetzt ist Frank Albrecht völlig überraschend als Vorsitzender in Frankfurt abgewählt worden. Albrecht selbst spricht von einem „vorbereiteten Putsch“.

Ursprünglich wollte er das Amt kommendes Jahr abgeben. Die Entmachtung des 68-jährigen Besitzers von drei Parfümerien in Frankfurt, der bei kritischen Äußerungen zum Beispiel gegen große Einkaufszentren als Lobbyist des mittelständischen Einzelhandels selten ein Blatt vor den Mund nahm, fand bereits am Dienstag vergangener Woche statt. Nach Albrechts Darstellung sollen die etwa 1000 Mitglieder des Frankfurter Verbandes von den Vorgängen nichts mitbekommen haben, denn an der entscheidenden Sitzung des nicht nur für die Mainmetropole, sondern auch für den Main-Taunus und den Hochtaunus zuständigen Verbandes hätten nur 13 Mitglieder teilgenommen, davon hätten neun zum Vorstand gezählt. Begründet habe man die Abwahl mit dem Argument, dass er, Albrecht, zu alt für das Amt sei. Albrecht nannte dies in der Frankfurter Rundschau, „diskriminierend“. Der Frankfurter Einzelhandelsverband soll künftig vom 48-jährigen Joachim Stoll (Leder Stoll) geführt werden. Hinter dem „Putsch“ vermutet Albrecht den Frankfurter Kaufhof-Geschäftsführer Norbert Richter und den Geschäftsführer des Hessischen Einzelhandelsverbandes, Silvio Zeizinger. Albrecht kündigte an, nun auch sein Amt als Präsident des Hessischen Einzelhandelsverbandes niederzulegen, das er 22 Jahre innehatte. Bis zu einer für das Frühjahr geplanten Neuwahl teilen sich laut Hauptgeschäftsführer Michael Kullmann die Stellvertreterinnen Helga Schwedes-Mand (Kassel) und Tatjana Steinbrenner (Bensheim) die Aufgaben. Der neue Regional-Vorsitzende Stoll wies den Vorwurf eines Putsches zurück. Man habe einen Generationswechsel angestrebt, dem sich Albrecht wie vor zwei Jahren erneut widersetzt habe. Es sei dann in einem demokratischen Verfahren ein neuer Vorstand gewählt worden.

Die Frankfurter Neue Presse spekuliert, dass die Ursache für die Abwahl Albrechts auch in dessen Kritik an Vorstandsmitglied Horst-Günter Döll liegen könnte. Albrecht hatte gesagt, Döll könne dieses Amt nicht länger bekleiden, weil er als Eschborner Stadtverordnetenvorsteher dem CDU-Fraktionschef, der gar nicht in Eschborn wohnte, widerrechtlich eine Scheinadresse zur Verfügung gestellt hatte.

Quelle: op-online.de

Kommentare