„Return Flight“ von Max Clouth Clan 

Weltmusik mit Wurzeln am Main

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Indien hat es dem Frankfurter Gitarristen Max Clouth angetan, der in Dresden Weltmusik studierte und danach den Subkontinent bereiste, wo seine erste Solo-CD entstand.

Frankfurt - Der Frankfurter Gitarrist Max Clouth wurde früh vom Jazz inspiriert, ging als Punkrocker auf die Bühne und hat später die indische Musik für sich entdeckt. Von Detlef Kinsler 

Der Jazz und seine Gitarristen. Unvergessen bleibt Volker Kriegel, der 2003 verstorbene Jazzrock-Pionier und Wegbereiter für künftige Saitenvirtuosen nicht nur in der Stadt. Ihm folgten Michael Sagmeister, Torsten deWinkel, John Schröder, Thomas Langer, Jürgen Schwab und Martin Lejeune. In diese illustre Gesellschaft reiht sich nun Max Clouth ein. Mit deWinkel hat der Jahrgang 1985 schon gespielt. Die beiden verbindet die Lust auf Fusionmusik mit weltmusikalischen Farben.

„Return Flight“ heißt das erste Album des Max Clouth Clan, veröffentlicht auf dem L+R-Label bei Bellaphon. Mit „Indian Jazz Guitar“ ist überschrieben, was der Frankfurter über Jahre entwickelt hat. „Ich war 12 oder 13, auf einem Stadtfest in Kronberg, wo wir damals wohnten, gab es ein klassisches, indisches Konzert mit einem Sitarristen und einem Tablaspieler.“ Ein echtes Aha-Erlebnis für den jungen Burschen, dessen Tragweite sich erst Jahre später zeigen sollte.

Einflüsse aus Nordafrika

Zunächst bestimmte die klassische Musik seine Gitarren- und Geigenstunden. Urlaube in Nordafrika ließen beim Profi in spe einen Sensor für „orientalische Musik“ entstehen. Auf die Bühne brachte er zunächst aber Punkrock. „Gleichzeitig habe ich auch viel Jimi Hendrix gehört“, erzählt Clouth, der sich selbst als Blues-Rock-Gitarristen wahrnimmt. „Obwohl man das so gar nicht hört“, schmunzelt er. Hendrix hatte den Blues, keine Frage, rockte psychedelisch und holte sich Inspirationen sogar im Süden Marokkos aus der Gnawa-Kultur. Kein Wunder also, dass Clouth den Sound als spirituell empfand.

Dann trat John McLaughlin auf den Plan, der Brite, der mit dem Mahavishnu Orchestra und mit Shakti erst elektrisch und dann akustisch nord- wie südindische Musik dem Jazz zuführte. Bei solchen Vorlieben genügte Clouth das Studium der Jazzgitarre in Mainz nicht mehr. Die Musikhochschule in Dresden bot den Studiengang „Akustische Gitarre und World Music“ an. Wie geschaffen für den global interessierten jungen Mann.

Theorie und Praxis vereint

Die Theorie war das eine, die Praxis konnte ihm hier nicht genug bieten. „Ich interessiere mich für indische Musik, also fliege ich da hin“, dachte er sich, „und versuche so viel aufzuschnappen, wie es geht. Gott sei Dank habe ich mich dafür entschieden.“ Schnell knüpfte er Kontakt zur Szene im Mumbai, konnte in Clubs auftreten und sogar seine erste Solo-CD „Guitar“ aufnehmen. Eine musikalische Reise von Bach über Flamenco hinein in die Welt der Ragas. „Mit weit geöffneten Armen Musik machen“, so wurde Clouths Arbeitsweise einmal beschrieben.

Auf „Return Flight“ hat er sie auf homogene Weise kultiviert. Mit vielen Freunden und seinem Clan, dabei sein Seelenverwandter, TL Mazumdar. Der Keyboarder und Sänger wurde in Kolkata geboren. „Er hat quasi die umgekehrte musikalische Sozialisation genossen“, erklärt Clouth. Eine witzige Vorstellung. Der Inder in der Band repräsentiert den Westen, der Deutsche den Osten. So simpel ist es nicht. „Aber schön wenn etwas mal nicht den Klischeevorstellungen, die viele Leute haben, entspricht.“

Die Record Release Party wird am 7. Mai im Frankfurter Jazzkeller mit Gästen wie Hindol Deb an der Sitar gefeiert.

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Quelle: op-online.de

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