Segensreiche Wirkung erhofft

Lorz feiert Islamischen Religionsunterricht als Erfolgsmodell

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Islamunterricht entspricht Kultusminister Lorz zufolge „unserem Verständnis von Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften“. Er soll auch dem Wirken radikaler Prediger vorbeugen. 

Offenbach/Gießen - Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat den Islamischen Religionsunterricht nach drei Jahren Erfahrung als „Erfolgsmodell“ bezeichnet. Er werde derzeit an 46 Grundschulen für mehr als 2000 Schüler angeboten, sagte Lorz in Gießen.

Hessen habe das Modell zunächst an 22 Grundschulen mit etwa 600 Schülern in der ersten Klasse gestartet. Im zweiten Jahr boten 38 Grundschulen den Islamischen Religionsunterricht an. Das Modell sei bundesweit in dieser Form einzigartig. Von Anfang an mit dabei waren in der Region die Offenbacher Mathilden- und die Humboldtschule, die Dietzenbacher Sterntaler- und die Aue-Schule sowie die Neu-Isenburger Wilhelm-Hauff-Schule. Zuletzt war zu Schuljahresbeginn die Schule an den Linden in Urberach mit eingestiegen.

Die Zahlen seien angesichts von allein rund 50.000 Erstklässlern in Hessen zwar nicht so hoch, sagte Lorz. Doch gehe das Land „behutsam“ vor: „Qualität geht vor Quantität. Die Entwicklung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ In 42 Schulen sei die türkische Ditib Kooperationspartner, in zwei Schulen die Ahmadiyya Muslim Jamaat. In zwei weiteren Grundschulen seien beide Religionsgemeinschaften Partner des Landes. Bisher habe sich keine weitere Religionsgemeinschaft angeboten.

Das Land sei „fest entschlossen“, den Islamischen Religionsunterricht auch an weiterführenden Schulen einzurichten. Die Lehrer würden an der Uni Frankfurt ausgebildet, zunächst wie in Gießen in Form von Weiterbildungen. „Mittelfristig“ sei auch ein grundständiges Studium geplant. An der Gießener Uni hat im März der dritte Weiterbildungskurs „Islamische Religion“ für Lehrer an Grundschulen begonnen. Parallel läuft seit 2011 die Ausbildung von Lehrern, die „Grundschullehramt mit dem Fach Islamische Religion/Ethik mit islamischem Schwerpunkt“ studieren.

„Die Verantwortung der jungen Lehrkräfte ist nicht gering“, sagte Lorz. Das Land biete den Unterricht an, „weil es unserem Werteverständnis entspricht“ und „unserem Verständnis von Gleichbehandlung“ der Religionsgemeinschaften. Man erhoffe sich aber zudem eine „segensreiche Wirkung“ im Bereich der Radikalisierung junger Muslime: „Wenn die Identitätsfindung misslingt, schlägt die Stunde der radikalen Rattenfänger.“

epd/cz

Quelle: op-online.de

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