Alkoholverbot im Kaisersack?

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Der öffentliche Konsum von Alkohol schadet nach Auffassung einer Initiative im Bahnhofsviertel dem Stadtimage.

Frankfurt - Die Stadt Frankfurt versucht, den öffentlichen Konsum von Alkohol im Bahnhofsviertel einzudämmen. Das Ordnungsdezernat prüft die Möglichkeit eines Verbots im Kaisersack. Ein Alkoholverbot besteht bereits für die Treppe, die zur Unterführung am Hauptbahnhof führt.

Allerdings, so die Sprecherin von Dezernent Markus Frank (CDU), Andrea Brandl, genieße das Mainufer in Fechenheim, wo sich ebenfalls immer wieder Gruppen alkoholisierter Menschen aufhielten, Priorität bei dem Versuch, für gewisse Stadtbereiche ein Alkoholverbot zu installieren.

Das Vorhaben sei allerdings nicht ganz einfach durchzusetzen. So müsste die Stadt nachweisen, dass durch das Rauschmittel eine bestehende Gefahrensituation in diesem Bereich verstärkt werde. Die Interessengemeinschaft „Treffpunkt Bahnhofsviertel“ hatte kritisiert, dass Reisende, die am Frankfurter Hauptbahnhof ankommen, als erstes durch Gruppen Betrunkener hindurchlaufen müssten. So bekämen sie einen schlechten Eindruck von der Stadt. Die Gruppe hat auch die Fraktionschefs des Hessischen Landtags und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) eingeschaltet. Zwar bemühe sich die Stadt um eine Verbesserung der Zustände im Bahnhofsviertel, trotzdem schade die Drogenszene den hier ansässigen Läden.

Ordnungsdezernent Frank reagierte mit der Feststellung, man habe bereits vor wenigen Wochen die Zahl der in den Problembereichen eingesetzten Polizeibeamten und Wachpolizisten erhöht und werde außerdem Konzepte zur Verbesserung der Sicherheitslage entwickeln. Speziell soll es darum gehen, dass Verdächtige nach ihrer Festnahme nicht mehr damit rechnen können, dass ihr Verfahren von der Staatsanwaltschaft wegen geringer Schuld kurz darauf eingestellt wird.

Außerdem ist die Einrichtung eines Pissoirs in der Niddastraße vorgesehen. Ebenfalls in der Niddastraße sei geplant, den dortigen Druckraum so umzugestalten, dass sich Drogenkranke nicht mehr auf offener Straße ihren Schuss setzen oder dort herumstehen. Ein eigener Polizeiposten für den Kaisersack, auch dies hatte die Interessengemeinschaft „Treffpunkt Bahnhofsviertel“ angeregt, wird es allerdings nicht geben. (mic)

Kicken im Alkoholrausch

Quelle: op-online.de

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