Alles nur Aktionismus?

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Lärmmessung per Mikrofon: Ein Flugzeug in Flörsheim im Anflug auf die neue Landebahn des Flughafens.

Frankfurt - Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) trifft sich mit Fluglärmgegnern, CDU-Landesminister Michael Boddenberg stellt sich in seinem Wahlkreis im Frankfurter Süden aufgebrachten Bürgern, Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) kommt zur Sitzung der Fluglärmkommission.

Im Herbst ist Wahl - nicht nur der Bundestag, sondern auch der Landtag wird gewählt. Der Dauerstreit um Fluglärm rund um den Frankfurter Flughafen ist im Wahlkampf eines der Hauptthemen in Hessen. Lärmgegnerin Ingrid Kopp, Sprecherin der Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm, konstatiert wachsende Nervosität auf allen Seiten. „Zur Zeit wird Alibi-Aktionismus betrieben, das sind Vorboten des Wahlkampfs.“ Wer gewählt werden wolle, brauche die Stimmen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Vorschläge zu aktivem Schallschutz seien bisher nicht gemacht worden - veränderte Flugrouten verteilten den Lärm nur anders, reduzierten ihn aber nicht. „Wir wollen endlich Taten sehen“, fordert Kopp.

Das Gespräch mit dem Frankfurter OB und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) Anfang Februar sei immerhin ein erster Schritt gewesen, sagt Kopp. „Aber am Anfang sollte man nicht zu viel erwarten.“ Als Schnittmenge der Interessen wurden Optimierung der Flugrouten, Lärmobergrenzen und ein um zwei Stunden erweitertes Nachtflugverbot ausgemacht. Die Forderungen der Bürgerinitiativen gehen aber weiter: Sie verlangen die Schließung der neuen Landebahn und eine Begrenzung der Flugbewegungen auf 380.000 im Jahr.

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Die CDU/FDP-geführte Landesregierung will mit einer Bundesrats-Initiative erreichen, dass Behörden etwa beim Festlegen neuer Routen mehr auf Lärmschutz achten. Sicherheit soll oberstes Gebot bleiben. Eine Einigung über eine gemeinsame Initiative mit Rheinland-Pfalz kam nicht zustande. Die rot-grüne Landesregierung in Mainz will nun selbst im Bundesrat aktiv werden und dort mehr Bürgerbeteiligung bei der Festlegung von Flugrouten fordern.

Der Ferienflieger Condor droht, bei weiter verschärften Lärmschutzauflagen den Standort Frankfurt zu überdenken. Schon durch bestehende Beschränkungen wie das Nachtflugverbot werde die Wirtschaftlichkeit massiv beeinträchtigt. Die Lufthansa sorgte unterdessen mit einem neuen Abflugverfahren für Aufsehen, das Anfang Februar getestet wurde. Dabei verläuft die Startphase etwas flacher: Was das Verfahren lärmmäßig bringt, wird nun ausgewertet. Laut Lufthansa ist keine größere Auswirkung zu erwarten. Ziel war es, Sprit zu sparen.

dpa

Quelle: op-online.de

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