Alles im Einklang

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Dietzenbach/Offenbach - Seit August vergangenen Jahres haben Eltern für ihre Kinder im Alter von einem bis zu unter drei Jahren einen einklagbaren Rechtsanspruch auf eine Kindertagesbetreuung.

Gleichzeitig hat der Kreis Offenbach die Zahl der Betreuungsplätze um fast zehn Prozent gesteigert. Das bestätigte jetzt der „U3-Kitabericht 2014“, den Sozialdezernent Carsten Müller (SPD) vorgelegt hat. Demzufolge sind Angebot und Nachfrage derzeit nahezu deckungsgleich.

Zuständig für die Schaffung und Ermittlung der Betreuungsplätze sind die Städte und Gemeinden. Der Kreis wird insofern zur Kasse gebeten, als er bei Sozialhilfeempfängern die Betreuungskosten erstatten muss.

Insgesamt gab es in der Region am 1. März diesen Jahres 2452 Betreuungsplätze. Bei derzeit insgesamt 8942 Kindern, die unter drei Jahre alt sind, entspricht das einem Versorgungsgrad von 27 Prozent. 1758 Plätze befinden sich in Kitas, 694 Plätze werden durch Tagesmütter angeboten. Insgesamt sind das 207 Plätze mehr als ein Jahr zuvor. Müller unterstrich, dass sich die neue Vergütungsordnung für Tagesmütter trotz vehementen Protests nicht zu einem „Todesstoß“ für das Betreuungsangebot entwickelt habe.

35 Prozent Versorgungsquote angestrebt

Hinzu kommen weitere 183 Kita-Plätze, die in Städten und Gemeinden des Kreises geplant sind und in Kürze zur Verfügung stehen werden. „Dann wird der Kreis bei einer Versorgungsquote von 29,5 Prozent liegen“, so Müller. Mittelfristig strebt man eine Versorgungsquote von 35 Prozent an. Dieser Wert ist allerdings nicht verpflichtend. Die meisten neuen U3-Plätze seien im vergangenen Jahr in Dietzenbach (45) entstanden. Laut dem Sozialdezernenten ist der de-facto-Bedarf an Betreuungsangeboten im gesamten Kreis geringer als die Nachfrage.

Insgesamt nahmen beispielsweise zum Stichtag 1. März 2013 kreisweit nur 16,5 Prozent aller Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz in Anspruch. Laut einer Elternbefragung des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2012 liegt der Bedarf an U3-Betreuung in Hessen bei durchschnittlich 37,9 Prozent. Müller: „Diese Zahl werden wir bei uns im Kreis aufgrund unserer Bevölkerungsstruktur auf absehbare Zeit nicht erreichen. Auch wenn dies unter Bildungs- und Teilhabeaspekten durchaus wünschenswert wäre. Aber wir können niemanden zwingen, sein Kind betreuen zu lassen.“ Auch der von vielen prognostizierte Run auf Kitaplätze oder eine Klagewelle von Eltern seien im Kreis ausgeblieben, erklärte Müller.

Klagen auf einen Kita-Platz - aber wie?

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Und wie sieht es in der Stadt Offenbach aus? Zum 31. Dezember 2013 gab es nach Angaben der Stadt für etwa 3800 Kinder unter drei Jahren 1326 Plätze, davon 890 in entsprechenden Einrichtungen und 436 in der Tagespflege. Für die Jahre 2014 und 2015 sollen 130 beziehungsweise 100 neue Plätze in den Kitas dazukommen.

Ziel der Verantwortlichen in Offenbach ist es, 45 Prozent eines Jahrgangs in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter betreuen zu können. Nach städtischen Zahlen fehlen in diesem Jahr unter dem Strich noch etwa 250 Plätze. Im nächsten Jahr, so hieß es, sollen es dann nur noch 155 sein.

mic

Quelle: op-online.de

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