Alles unter einem Dach

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Eine Multifunktionshalle wie die SAP-Arena in Mannheim ist ein Wunschtraum für die Region.

Frankfurt - Spitzensport, Spitzenkünstler, Spitzenshows - und das alles unter einem Dach. Der Traum von einer Multifunktionsarena, ähnlich der SAP-Arena in Mannheim oder der Lanxess-Halle in Köln, wird in der Rhein-Main-Region von vielen Menschen und ganz besonders vom Frankfurter Wirtschaftsdezernenten Markus Frank (CDU) geträumt. Von Christian Riethmüller

Damit dieser Traum, der übrigens auch schon Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) erschienen ist, möglicherweise Wirklichkeit wird, hat Frank eine Wirtschaftlichkeitsstudie von dem Kölner Forschungs- und Beratungsunternehmen Sport + Markt AG erstellen lassen.

Diese Studie mit dem Titel „Regionalwirtschaftliche Bedeutung einer neuen Multifunktionsarena für die Region Frankfurt/Rhein-Main“ ist gestern im Römer vorgestellt worden. Sie prognostiziert einen jährlichen Wertschöpfungseffekt von 50 Millionen Euro für die Region und die Schaffung von 321 Vollzeitarbeitsstellen. Ob die Multifunktionsarena, deren Bau voraussichtlich 90 Millionen Euro kosten würde, allerdings profitabel zu betreiben wäre, ließ Marcel Cordes, Vorstand der Sport + Markt AG, offen. Es gebe Beispiele für von der Privatwirtschaft erfolgreich betriebene Arenen, während andere Multifunktionshallen für den laufenden Betrieb auf die Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen sind.

Markus Frank weiß, dass die Stadt Frankfurt den Bau und dann den Unterhalt einer solchen Arena nicht allein bezahlen könnte, genausowenig eine andere Kommune in der Region. Er führt daher Gespräche mit möglichen Investoren in dieser Angelegenheit und bestätigte gestern immerhin, dass es „mehr als einen Interessenten“ für dieses Projekt gibt. Diesem Investor würde die Stadt ein attraktives Grundstück zur Verfügung stellen und vielleicht auch bei der Entwicklung des Geländes behilflich sein, was aber im Detail noch geklärt werden müsse.

„Offenbach ist ein möglicher Partner“

Dieses „attraktive Grundstück“ könnte zudem einen Frankfurter Nachbarn zum Beteiligten an dem Projekt avancieren lassen. Frank hat nicht umsonst die „regionalwirtschaftliche Bedeutung“ einer solchen Arena untersuchen lassen. Zwar würden Gespräche über mehrere möglichen Standorte geführt, doch ist es kein Geheimnis, dass vor allem die Städte Frankfurt und Offenbach Interesse an einer solchen Arena haben, die am Kaiserlei entstehen könnte. Dieser Standort wird auch in einer Machbarkeitsstudie des renommierten Städteplaners Albert Speer genannt, die wiederum als Grundlage für die Untersuchung des Kölner Unternehmens diente. „Offenbach ist ein möglicher Partner“, bestätigte Frank, der eine solche Arena gleichwohl als „Leuchtturmprojekt für die ganze Rhein-Main-Region“ anpries.

Sollte eine solche Arena gebaut werden, wäre sie Spielstätte für Basketball-Bundesligist Fraport Skyliners, für ein professionelles Eishockey-Team (die Löwen Frankfurt beispielsweise) sowie eventuell eine Handball-Mannschaft. Die auf eine Kapazität von 15 500 Zuschauern ausgelegte Halle könnte außerdem als Spielort bei Europa- oder Weltmeisterschaften sowie als Veranstaltungsort etwa für große Boxkämpfe dienen.

Zudem, so eine weitere Nutzungsmöglichkeit, könnten hier die Stars aus Rock und Pop auftreten, für deren aufwendige Bühnenshows die Festhalle ungeeignet und die übrigen Hallen schlicht zu klein sind. Konzerte von Kalibern wie Bon Jovi, Sting, Mark Knopfler oder Lenny Kravitz finden deshalb mittlerweile gern in der SAP-Arena in Mannheim statt. Die ist eine der modernsten Hallen in Europa und wäre im Werben um Spitzensport, -stars und -shows unmittelbarer Konkurrent einer Multifunktionsarena Frankfurt/Offenbach/Rhein-Main, die dem Anschein nach kein Luftschloss bleiben muss.

Quelle: op-online.de

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