Alter Flugplatz bietet Sport und Entspannung

Von der Natur erobert

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Piste und Tower des Alten Flugplatzes sind noch erhalten und dienen nun den Gästen.

Frankfurt - Lässig flitzen die Inline-Skater über die frühere Landebahn. Am Rande der Piste sitzt ein Mädchen auf ihrem neuen Fahrrad und übt, ohne Stützräder zu fahren, während ihre Mutter nebenher läuft, um sie notfalls aufzufangen. Von Sonja Thelen

Andere haben es sich auf der Wiese am Baumhain bequem gemacht oder erkunden das Weiden-Labyrinth im Osten des Areals des Alten Flugplatzes Bonames. Auf der Terrasse des Tower-Cafés, das die Werkstatt Frankfurt betreibt, lockt am Wochenende ein Frühstücks-Büffet sowie Leckeres vom Grill oder Spezialitäten aus der Region. Direkt neben dem Alten Flugplatz queren Fahrradfahrer die Brücke über die Nidda: Betrachtet man heute diese Grünoase, kann man sich gar nicht vorstellen, dass das Areal erst vor zehn Jahren entsiegelt worden ist.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Natur den einst von der US-Armee genutzten Ort zurückeroberte, überraschte selbst die Planer. Der frühere Helikopter-Landeplatz ist heute ein Freizeitparadies für die ganze Familie und für jeden Naturbegeisterten, der einen Ort für Sport, Spiel und Entspannung in einer schönen Umgebung sucht. Das war nicht immer so. Mitten in den Niddawiesen errichteten die amerikanischen Truppen in den 1950-er Jahren den Hubschrauberplatz „Maurice Rose Airfield“, den sie intensiv nutzten und mehrfach ausbauten. Nach dem Abzug der Soldaten 1992 übernahm die Werkstatt Frankfurt den Tower und richtete das Café ein. Nach einigem Hickhack wegen der Grundstücke erwarb die Stadt Frankfurt das Areal und ließ es unter der Federführung der Grüngürtelprojektgruppe umgestalten und für den Publikumsverkehr herrichten.

Natur hat den Flugplatz zurückerobert

Dabei wurden bewusst Relikte erhalten, die an die alte Nutzung erinnern wie eben der markante, rot-weiß gestrichene Tower und die 750 Meter lange Landebahn. Aber es wurden drei Hektar Asphalt- und Betonflächen aufgebrochen, die sich die Natur als Raum zurückerobern sollte. Mit Erfolg, wie sich in dem Landschaftsschutzgebiet heute zeigt, wo mittlerweile eine richtige Wildnis entstanden ist. Absichtlich wurde auf jedwede Pflanzung verzichtet. Für die gelungene Umgestaltung zeichnete der Bund Deutscher Landschafts-Architekten den „Alten Flugplatz“ 2005 mit dem Deutschen Landschaftsarchitekturpreis aus.

Das weitläufige Areal ist eine Lernstation für Kinder und ihre Familien, die dort spielerisch und erlebnisorientiert Natur erfahren. Kindergartengruppen und Schulklassen besuchen praxisnah das „Grüne Klassenzimmer“ und erkunden dann Wiesen, Hecken, Ufer und vieles mehr. Eine weitere Attraktion auf dem Areal ist das Feuerwehrmuseum, in dem Helme, Mützen, Uniformen, Atemschutzgeräte, aber auch Löschfahrzeuge wie eine Überlandspritze aus dem Jahr 1929 ausgestellt sind.

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Quelle: op-online.de

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