Altersteilzeit kommt zu teuer

Wiesbaden - (dpa) Hessen wird seinen Beamten voraussichtlich keine Altersteilzeit mehr gewähren. Das derzeitige, seit zehn Jahren bestehende Modell laufe Ende 2009 aus, eine Verlängerung sei derzeit nicht geplant, heißt es in einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des Linken-Landtagsabgeordneten Hermann Schaus. Die SPD kritisierte dies am Wochenende.

Altersteilzeit sei insbesondere im Schuldienst teuer, schreibt das Ministerium. Sie sei unvereinbar mit dem Ziel, 2 500 zusätzliche Stellen an den Schulen zu schaffen. Allerdings sei noch nicht abschließend entschieden. Die Landesregierung arbeite an einer umfassenden Dienstrechtsreform.

Nach Angaben des Ministeriums ist die Zahl der Altersteilzeitler in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Mitte 2001 nutzten 225 Beamte die Möglichkeit, sechs Jahre später schon 6 662. Besonderes Interesse zeigten Lehrer, schreibt das Ministerium.

Die Altersteilzeit beginnt einige Jahre vor dem Ruhestand. Der Beamte arbeitet zunächst zu verminderten Bezügen voll weiter, scheidet dann aber entsprechend früher aus (Blockmodell). Die Stelle wird - außer im Schuldienst - erst wiederbesetzt, wenn ihr Inhaber das reguläre Pensionsalter erreicht.

In der Praxis entstünden wegen der Aufschläge hohe Kosten, heißt es aus dem hessischen Innenministerium. Die Beamten leisten während der Altersteilzeit nur die Hälfte der üblichen Arbeitszeit, erhalten aber mehr als die Hälfte des Gehaltes. Zudem laufe die Verwaltung Gefahr, qualifizierte Leute zu verlieren, ohne dass sie ihre Nachfolger einarbeiten könnten. Langfristig sei nur etwas zu sparen, wenn eine Stelle nach der Altersteilzeit nicht mehr besetzt werde.

Die Sozialdemokraten sehen das anders. Altersteilzeit gehöre zu einem modernen Dienstrecht, erklärte die SPD-Abgeordnete Nancy Faeser am Wochenende in Wiesbaden. Sie sei eine Chance, die Mitarbeiter besonders belasteter Teile der Verwaltung zu motivieren und das Personal zu verjüngen. Gerade die Lehrer forderten die Verlängerung der Regelung.

Quelle: op-online.de

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