Altes Polizeipräsidium „liegt auf Eis“

Premiumlage mit unklarer Zukunft

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Das alte Frankfurter Polizeipräsidium hängt buchstäblich fest. Obwohl die Suche nach einem Käufer für das Grundstück in Messenähe nicht ganz einfach ist, passiert derzeit rein gar nichts. Das Land als Eigentümer will mit dem Verkauf warten, bis ein naher U-Bahntunnel gebaut ist.

Frankfurt - Mitten in Frankfurt verkommt seit Jahren das alte Polizeipräsidium. Das Land sucht derzeit nicht mal mehr einen Käufer für das attraktive Areal, weil darunter eine U-Bahn gebaut wird. Die Stadt versteht das nicht.

Die Zukunft des seit mehr als zehn Jahren leer stehenden alten Polizeipräsidiums in Frankfurt steht weiter in den Sternen. Die lange erfolglose Suche nach einem Käufer für das Grundstück samt neobarockem Gebäude könnte nach Ansicht von Stadt und Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sofort weitergehen. Das Land will dagegen bis zur Fertigstellung des geplanten U-Bahn-Tunnels abwarten. Dafür gibt es aber noch keinen Termin.

Differenzen gab es auch in der Frage, ob Künstler das Gebäude zwischenzeitlich nutzen können. „Wir hätten das gerne ermöglicht“, heißt es im Planungsdezernat. Das Land war dagegen. Allerdings bröckelt ein Teil der Fassade, die bereits vor Wochen für 150 000 Euro mit verzinkten Maschendraht-Netzen gesichert wurde.

Nach Ansicht der Stadt und der VGF könnte das Grundstück jederzeit verkauft werden. „Es gibt bereits eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Land, der Stadt und der VGF, die dies entsprechend regelt“, sagte VGF-Sprecher Bernd Conrads. „Die neue U-Bahn ist für eine mögliche Verzögerung der Vermarktung des Geländes nicht verantwortlich.“ Das laufende Planfeststellungsverfahren für den U-Bahn-Bau ist auch aus Sicht der Stadt kein Hindernis.

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Beim Hessischen Immobilienmanagement (HI) in Wiesbaden heißt es dagegen: Das Land gehe davon aus, dass der Verkauf wieder aufgenommen werden könne, wenn der Tunnel gebaut ist. „Sobald dieser Termin absehbar ist, wird das Vermarktungsverfahren aufgenommen“, sagte HI-Sprecherin Renate Gunzenhauser. Wann das sein wird, ist jedoch unklar. „Die Fertigstellung der Tunnel ist von der Lieferung der speziell dafür gebauten Tunnelbohrmaschine abhängig“, teilte Conrads mit. Derzeit geht die VGF davon aus, dass die U-Bahn spätestens 2022 durch den Tunnel ins Europaviertel rollen kann.

Auf dem Areal zwischen Hauptbahnhof und Messe könnten Büros und Wohnungen entstehen. Der Bebauungsplan sieht ein bis zu 145 Meter hohes Hochhaus im Hof und den Erhalt des großenteils denkmalgeschützten Altbaus vor. Rund 80 Millionen Euro hatte das Finanzministerium vor Jahren als Kaufpreis veranschlagt.

dpa

Quelle: op-online.de

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