Mehrkosten von bis zu acht Millionen Euro

Altstadt Frankfurt gedeiht gemächlich

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Die mit Teerpappe verkleideten Podeste sind die künftigen Standorte der Altstadthäuser. Links wächst schon der Rohbau des Stadthauses in die Höhe. Der Kran steht auf dem künftigen Hühnermarkt, zentraler Platz des Altstadtviertels.

Frankfurt - Der Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt wird teurer als vermutet. Auf bis zu acht Millionen Euro schätzt Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der für das Projekt zuständigen städtischen Dom-Römer-Gesellschaft, die Mehrkosten. Von Christian Riethmüller

Er verwahrt sich aber gleichzeitig gegen Kritiker wie Klaus Oesterling, den Fraktionsvorsitzenden der Frankfurter SPD, die befürchten, das vieldiskutierte Projekt im Herzen der Mainmetropole könne im Endeffekt über 200 Millionen Euro kosten. Ursprünglich waren für den Bau des neuen - alten - Stadtviertels zwischen Dom und Römer Kosten von 150 Millionen Euro vorgesehen - Abriss des sanierungsbedürftigen Technischen Rathauses inklusive.

Wie Guntersdorf bei einem Rundgang über die Baustelle sagte, würden mit dem Projekt immer wieder Kosten in Zusammenhang gebracht, die letztlich nichts mit dem eigentlichen Wiederaufbau zu tun hätten. Das gelte sowohl für den Bau des umstrittenen Stadthauses auf dem Areal, für das ein anderer Bauherr zuständig ist, wie auch die aufwendige Sanierung der Tiefgarage unter dem Römerberg, die Restaurierung des Archäologischen Gartens oder die Gestaltung der Außenanlagen. „Wir übernehmen hier zwar teils die Planung mit oder kümmern uns um eine reibungslose Baulogistik, doch es sind keine Projekte der Dom-Römer-GmbH“, sagt Guntersdorf.

Die Mehrkosten für die tatsächlich im Verantwortungsbereich der Gesellschaft liegenden Bauvorhaben erklärt der Geschäftsführer mit erheblich aufwendigeren und damit teureren Arbeiten bei jenen Häusern, die nach alten Plänen rekonstruiert werden sollen. Die Entscheidung etwa für originalgetreue Fachwerkkonstruktionen oder umfangreiche Stuckarbeiten kann hier schnell einige 100.000 Euro kosten. Hinzu kommen die Anforderungen moderner Energiestandards.

Brückenschlag in Frankfurt

Brückenschlag in Frankfurt

Diese Mehrkosten könnten manchen privaten Investor auf dem Dom-Römer-Areal gehörig ins Schleudern bringen. Ans Abspringen denken die sieben Privatleute laut Guntersdorf aber noch nicht. Sie hätten sich trotz höherer Kosten bereit erklärt, an den Bauvorhaben festzuhalten. Auch jener Investor, der das Haus „Grüne Linde“ rekonstruieren möchte und dafür nun vermutlich über eine Million Euro mehr aufwenden muss, hat noch nicht abgesagt. Doch selbst für den Fall der Fälle gibt Guntersdorf Entwarnung. Dann baue die Stadt selbst und vermarkte das oder die betreffenden Gebäude später. An Interessenten für Wohnungen und Geschäfte gebe es jedenfalls keinen Mangel.

Bis zum März des nächsten Jahres soll nun beschlossen sein, wer welche Rekonstruktion und Neubauten in den historischen Grundmaßen finanziert. Dann könnte die Baugenehmigung erteilt und im Herbst 2014 mit dem Bau der ersten Häuser begonnen werden. 2016 könnte der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Altstadt weitgehend bewerkstelligt sein. Im Jahr 2017 dürften dann auch die Gestaltung der Außenbereiche rund um die „Goldene Waage“ abgeschlossen und dann endgültig ein neues Viertel im Herzen der Stadt geschaffen sein.

Quelle: op-online.de

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