Das Frankfurter Geldmuseum wird 10 Jahre alt / „Kein D-Mark-Mausoleum“

Am Anfang stand das Rindvieh

Auch diese Münzwaage aus dem Jahr 1661 steht im Geldmuseum in Frankfurt. Die Einrichtung der Deutschen Bundesbank feiert morgigen Mitwoch ihr zehnjähriges Bestehen. Foto: dpa

Frankfurt - (dpa) Am Anfang war das Rind: Das wertvolle Vieh wurde einst in vielen Kulturen als Zahlungsmittel genutzt. Zur Überraschung manches Besuchers steht ein Exemplar der Rinderrasse „Glan“ auch heute noch im Eingangsbereich des Geldmuseums der Deutschen Bundesbank in Frankfurt, das morgen (27. Mai) sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Die einzigartige, 800 Quadratmeter große Ausstellung direkt neben dem Hauptgebäude der Notenbank beleuchtet die Geschichte des Geldes in seinen verschiedenen Erscheinungsformen. Aber sie zeigt anhand von Exponaten, Filmen und Computerspielen auch die Bedeutung von Geld- und Währungspolitik oder den Sinn stabiler Preise und erklärt die Rolle von Zentralbanken.

„Das Haus ist kein D-Mark-Mausoleum“, betont Christian Erb, der das Museum mitkonzipiert hat. Vielmehr wolle die Bundesbank Laien wie Experten kritisch aber auch unterhaltend die Grundlagen etwa zur Geldmengensteuerung oder zur Geldwertstabilität vor Augen führen. An Bildschirmen können Besucher auch selbst aktiv werden - und etwa wahlweise in die Rolle eines Zentralbankchefs, Tarifschlichters oder Bundeskanzlers schlüpfen. Dabei müssen sie versuchen, möglichst gut auf neueste Wirtschaftsnachrichten zu reagieren.

Erb meint, dass die inzwischen zehn Jahre alte Ausstellung nicht mehr ganz auf „Höhe der Zeit“ sei. Die europäische Geldpolitik komme zu kurz, weil man vor zehn Jahren noch zu wenig über den Euro gewusst habe, der erst 1999 als Buchgeld und 2002 als Bargeld eingeführt wurde. „Der Aktualisierungsaufwand ist größer als erwartet.“ Pläne für einen Um- oder Neubau seien aber bereits in Arbeit.

Das Geldmuseum in der Wilhelm-Eppstein-Straße 14 ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, mittwochs bis 21 Uhr. Samstags bleibt es geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Quelle: op-online.de

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