Angriff mit Teppichmesser

Backe aufgeschlitzt: Drei Jahre Haft

Frankfurt - Ein Mann ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er einen Familienvater mit einem Messer angegriffen hatte. Das Opfer hatte den Messerstecher zur Rede stellen wollen, weil dieser in der Stadt gerast war.

Vor knapp zwei Jahre verletzte ein Verkehrs-Rowdy einen Familienvater in Frankfurt mit einem Teppichmesser im Gesicht. Heute ist der heute 52-Jährige vom Frankfurter Landgericht wegen schwerer Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem verhängten die Richter eine Führerscheinsperre gegen den Mann. Das spätere Opfer wollte im November 2010 in Frankfurt-Sachsenhausen mit seinem Sohn eine Straße überqueren, als der Angeklagte in seinem Auto mit hoher Geschwindigkeit herannahte. Später traf ihn der Familienvater durch Zufall an einer roten Ampel in der Nähe wieder. Er ging zu dem Fahrzeug und wollte den Mann zur Rede stellen.

Dieser sprang sofort heraus und schlitzte dem Opfer mit dem Teppichmesser die gesamte linke Backe auf. „Er verfehlte dabei die Halsschlagader nur um zwei Zentimeter", hieß es im Urteil. Durch die Narbe im Gesicht ist das 34 Jahre alte Opfer dauerhaft entstellt. Der Angeklagte hatte den Vorfall als Notwehrsituation hinzustellen versucht. Der körperlich überlegene Familienvater habe ihn aus seinem Auto gezerrt und geschlagen. Der Fahrer einer Straßenbahn jedoch beobachtete das Geschehen und bestätigte die Version der Staatsanwaltschaft.

Das Gericht wertete die Einlassung des Angeklagten deshalb als „Schutzbehauptung". Im Strafmaß blieben die Richter allerdings hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurück, die vier Jahre Haft beantragt hatte.

dpa

Quelle: op-online.de

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