Druck auf Hessens Polizei

Kommentar: Ansehen geschädigt

Berichte über die Manipulation von Akten, massive Mobbing-Vorwürfe, Ermittlungen gegen die ehemalige Präsidentin des Landeskriminalamtes wegen Falschaussage - und jetzt noch eine schwere Schlappe vor dem Landgericht im spektakulären Prozess eines von Frankfurt nach Offenbach versetzten Beamten unterstreichen es. Von Peter Schulte-Holtey

Die Krise in der Führungsebene von Hessens Polizei ist noch längst nicht vorbei. Nach dem für den klagendende Kriminalbeamten recht positiven Ausgang des Verfahrens stellt sich in erster Linie die Frage nach den Folgen für Sabine Thurau. Die ehemaligen Vizeschefin der Frankfurter Polizei und zwischenzeitlich beurlaubten Präsidentin des Landeskriminalamtes wurde vom Richter heftig kritisiert, ihre Rückkehr in ein Spitzen-Polizeiamt scheint damit endgültig verbaut worden zu sein. Vor allem die Umstände ihres Falls zeigen, dass das Ansehen von Hessens Polizei durch kaum nachvollziehbare Personalentscheidungen geschädigt worden ist.

Regierung und Opposition werden jetzt versuchen, ihr „Süppchen“ zu kochen. Die eine Seite setzt sicherlich auf die Verharmlosungsstrategie, die andere hat bereits mit der weiteren Skandalisierung begonnen. Dabei sollte man sich aber einen klaren Blick bewahren. Hessens Polizisten, um die es doch eigentlich geht, dürfen nicht im Regen stehen bleiben. Viele Beamte werden sich fragen, warum es Jahre dauert, bis ein Polizist zu seinem Recht kommt und eine ungerechtfertigte Suspendierung wieder aufgehoben wird. Zudem gilt: Wer Missstände in der Personalführung korrigieren will, muss sich auch entschiedener mit der hohen Belastungssituation in den Dienststellen beschäftigen.

Quelle: op-online.de

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