Verteidigung stellt zahlreiche Anträge

Anwälte verzögern S&K-Prozess

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Frankfurt - Mehrere Verteidiger haben den Prozess um die mutmaßlichen Millionenbetrügereien der Kapitalanlagefirma S&K am zweiten Verhandlungstag mit einer Reihe von Anträgen verzögert.

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Ein Anwalt der Kapitalanlagefirma S&K erhob am Dienstag eine Zuständigkeitsrüge, weil nach der Geschäftsverteilung des Landgerichts Frankfurt eine andere als die 28. Große Strafkammer zuständig sei. Ein anderer Verteidiger rügte die Besetzung des Gerichts für den Mammut-Prozess. Zwei ursprünglich geladene Schöffinnen seien "willkürlich" von ihrer Aufgabe entbunden worden, weil sie sich auf die Betreuung kleiner Kinder beziehungsweise pflegebedürftiger Eltern berufen hätten. Ein weiterer Anwalt verlangte die Aussetzung des Verfahrens wegen fehlender Akteneinsicht. Am Vormittag hatte das Landgericht den ersten Befangenheitsantrag vom ersten Verhandlungstag gegen die drei Berufsrichter zurückgewiesen. Ein "Flüchtigkeitsfehler" bei einer Schadensberechnung verursache in einem derart komplexen Verfahren noch nicht die Befangenheit eines Gerichts, hieß es in der Entscheidung.

Während die Richter die zahlreichen Anträge der Verteidiger gelassen zur Kenntnis nahmen, kam es bereits zu einigen Wortgefechten zwischen Rechtsanwälten und der Staatsanwaltschaft, die in dem Prozess mit drei Anklagevertretern anwesend ist. Wann die 1700 Seiten starke Anklageschrift verlesen werden soll, war dagegen weiterhin unklar. Vor Gericht müssen sich sechs Angeklagte wegen Betruges und Untreue - beides im "besonders schweren Fall" - in einem Volumen von rund 240 Millionen Euro verantworten. Hauptangeklagte sind die Gründer des S&K-Unternehmens, Stephan S. (36) und Jonas K. (34), die seit Februar 2013 in Untersuchungshaft sitzen. Der Prozess soll am Donnerstag fortgesetzt werden.

Bilder: Auftakt im S&K-Betrugsprozess

dpa

Quelle: op-online.de

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