Anwalt Wolski erneut vor Gericht

Frankfurt - Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Anwalt Michael Wolski bekommt es erneut mit der Strafjustiz zu tun. Und wieder geht es um Zuwendungen einer betagten, reichen Frau. Diesmal lautet der Vorwurf auf Beihilfe zur Untreue.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat gegen den 62-Jährigen Anklage erhoben. „Es geht um 18 Einzelfälle mit einem Schaden von rund 460.000 Euro“, berichtete die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu.

Eine heute 89 Jahre alte Unternehmersfrau hatte Wolski zwischen 2001 und 2004 unter anderem ein neues Auto bezahlt, ein Haus finanziert und Steuerschulden getilgt. Dabei gab sie aber nicht nur ihr eigenes Geld aus, sondern auch das aus dem Geschäftsanteil ihres 2006 gestorbenen Ehemanns. Darin liegt nach Auffassung der Staatsanwaltschaft die Untreue.

Um die unerlaubten Schenkungen zu vertuschen, soll die Frau einen vorgeschobenen Darlehensvertrag rückdatiert haben. Die 89-Jährige selbst werde nicht angeklagt, weil ihr Mann zu Lebzeiten keinen Strafantrag gestellt habe, sagte Möller-Scheu.

Wolski war im März vergangenen Jahres vom Landgericht Darmstadt wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er von seiner Gönnerin Millionenbeträge erhalten und am Fiskus vorbeigeschleust hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und wird derzeit vom Bundesgerichtshof überprüft.

Besondere Brisanz erhielt der Fall durch die Tatsache, dass Wolskis Ehefrau Karin damals dem hessischen Staatsgerichtshof angehörte. Nach der Verurteilung ihres Mannes war sie von diesem Amt zurückgetreten. Ein mögliches Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen die reiche Witwe wurde inzwischen laut Staatsanwältin Müller-Scheu gegen eine Geldauflage von 4000 Euro eingestellt.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Michael Grabscheit/pixelio.de

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