Private Anbieter wollen mitmischen

Apartment statt Studentenbude

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Anspruchsvolles Ambiente: Im Wohnheim „The Fizz Frankfurt Gallus“ können Studenten in der „Skylounge“ entspannen.

Frankfurt - Wohnungsanzeigen durchforsten, zahlreiche Telefonate und Besichtigungen überstehen und am Ende doch wieder eine Absage - so sieht zur Zeit der Alltag vieler Studenten aus. Von Sebastian Schwarz

Ein privates Unternehmen hat aus der Wohnungsnot ein Geschäftsmodell gemacht und bietet in Frankfurt gehobenes Wohnen für die Studiosi. In Frankfurt eine Bleibe zu finden, ist gerade für Studenten ein ziemlich anstrengendes und schwieriges Unterfangen. Das Studentenwerk bietet zwar rund 2500 Wohnungen an. Bei zirka 70.000 Studenten im Großraum Frankfurt ist das allerdings kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. „Das ist eine schlechte Versorgung“, räumt auch Konrad Zündorf, Geschäftsführer des Frankfurter Studentenwerks ein. Wer einen Platz in einem der Wohnheime wolle, müsse mit einer Wartezeit von etwa sechs Monaten rechnen. Zündorf erwartet auch in diesem Wintersemester wieder rund 1500 Bewerbungen, „die wir größtenteils nicht bedienen können“.

Die Lücke füllen wollen private Anbieter wie die Firma „International Campus“ (IC). Anfang Oktober eröffnet das Münchener Unternehmen in Frankfurt einen Apartment-Komplex mit 381 Wohneinheiten für Studenten. „The Fizz Frankfurt Gallus“ heißt die Anlage. Die Münchener haben dabei eine ganz bestimmte Studenten-Klientel im Auge. „Wir zielen auf das etwas wohlhabendere Segment“, sagt Thomas Rücker, Pressesprecher für IC. Dieser Gruppe biete man „zwar keinen Luxus, aber gehobenes Wohnen“. Zu dem Angebot gehören etliche Zusatzleistungen, so hat das Haus einen eigenen Concierge, es gibt einen Supermarkt und ein Restaurant im Erdgeschoss. In der Miete inbegriffen sind Strom, WLAN und die Nebenkosten.

Ideen für die Semesterferien

Die gehobene Wohnqualität hat selbstverständlich auch ihren Preis. Die Mieten für die Einzel-Apartments mit durchschnittlich 21 bis 24 Quadratmetern Größe beginnen (inklusive aller weiteren Kosten) bei 515 Euro. In den Wohnheimen des Studentenwerks liegen die Mietpreise im Schnitt bei rund 270 Euro (Warmmiete inklusive Internetzugang). Dass es eine entsprechende Zielgruppe für das Angebot von International Campus gibt, davon ist Thomas Rücker überzeugt. „Rund 20 bis 25 Prozent der Studentenhaben ein monatliches Einkommen von mehr als 1000 Euro“, sagt er. Auch in Frankfurt gibt es anscheinend viele zahlungskräftige Studenten. Laut Thomas Rücker ist der bereits fertiggestellte Teil des „The Fizz Frankfurt Gallus“ schon komplett vermietet. Sogar eine Warteliste habe es gegeben.

Quelle: op-online.de

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