Apfelwein - ein glücklicher Zufall

Apfelwein ist ein Fruchtwein, der ohne Zugabe von Wasser und Zucker aus mehreren Apfelsorten gekeltert und vergoren wird. Wie „naturtrüb“ der Apfelwein letztlich ist, hängt davon ab, wie viele Klärstoffe sich durch die Zugabe saurer Früchte bilden.

Geläufig ist Apfelwein im hessischen Volksmund auch als Stöffche, Äppelwoi, Schoppen oder Äppler. Gleich nach dem Pressen der frischen Äpfel entsteht alkoholfreier „Süßer“, dann der trübe „Rauscher“ und schließlich der typische, herb-saure Apfelwein mit fünf bis sieben Prozent Alkohol.

Weitere Informationen zum Äppelwoi gibt‘s hier.

Schon die Griechen und Römer tranken Apfelwein. Dass er zum hessischen Traditionsgetränk wurde, scheint Zufall. Eine Kälteperiode und Schädlingsbefall beendete den Weinanbau im 16. Jahrhundert in der Region um Frankfurt. Schon damals war Apfelwein bekannt, aber vor allem als Weinersatz für die breite Masse. Die erste Schankerlaubnis für das Stöffche wurde in Frankfurt 1754 erteilt. Wer eine besaß, der hängte einen Fichtenkranz mit Apfel in der Mitte vor seine Wirtschaft. Auch heute gilt noch, „Wo‘s Kränzche hängt, wird ausgeschenkt“.

Lokalkolorit spüren Frankfurter und Zugereiste in traditionellen Apfelweinwirtschaften, vor allem in Sachsenhausen. Dort wird Apfelwein im Glasbecher mit Rautenmuster, dem Gerippten, serviert und im blaugrauen Keramikkrug, dem Bembel. Apfelwein gibt es pur oder süß und sauer gespritzt, wahlweise mit einem Schuss Limo oder Mineralwasser. Im Winter wird eine heiße Variante mit Zimt und Nelken angeboten. (dpa)

Quelle: op-online.de

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