Der Rhein-Mainer

Kommentar: Apfelwein reicht nicht

Leben und Arbeiten im Rhein-Main-Gebiet - ich tue das gerne. Nicht trotz, sondern wegen des Flughafens. Prosperität, Infrastruktur, Gastronomie und Kultur - der Region geht es gut. Von Ralf Enders

Vor allem - da mache man sich nichts vor -, weil der Flughafen selbst Zehntausenden Arbeit bietet. Und weil unzählige Firmen und Dienstleister ansässig sind, die weitere zehntausende Arbeitnehmer und ihre Familien ernähren. Sie sind nicht hier, weil der Apfelwein gut schmeckt, sondern weil sie vom Flughafen leben. Gibt es jemanden, der keinen Flughafenmitarbeiter kennt? Der Flughafen ist das wirtschaftliche Herz des Rhein-Main-Gebietes. Das mag man begrüßen oder bedauern. Ich bin sicher: Eine große Zahl schweigender Menschen begrüßt es.

Gewiss: Es gibt gute Gründe, gegen den Flughafen und seinen Ausbau zu sein, vor allem in Offenbach. Aber bitte ehrlich. Wer für mehr Ruhe und Umweltschutz klagt, soll potenzielle Investoren in seinen Hochglanzprospekten auch nicht mit der Nähe zum Flughafen umgarnen. Oder mal überlegen, wo in besseren Zeiten die Gewerbesteuer-Millionen für all die prunkvollen Stadthallen und Bürgerhäuser hergekommen sind.

Deswegen ist Fraport keine Heilige, sondern weiter ein Problembetrieb. Aber einer, ohne den die Probleme erst richtig losgehen würden.

Quelle: op-online.de

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