Neue Ideen zur Unterbringung von Flüchtlingen

Architekten setzen auf Holz-Module

Frankfurt - Viele Flüchtlinge in Hessen könnten nach Einschätzung von Architekten und Stadtplanern in variablen Wohn-Elementen aus Holz gut untergebracht werden.

Solche Module seien „gestalterisch befriedigende, preiswerte Lösungen“, hieß es gestern in einem Positionspapier der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH). Die Landesregierung solle einen Architektenwettbewerb ausloben, damit bald solche Module gebaut werden könnten, forderte AKH-Präsidentin Brigitte Holz gestern in Frankfurt bei der Vorstellung des Papiers.

Die kommunalen Spitzenverbände halten den Vorschlag grundsätzlich für gut. Es bleibe allerdings „das Grundproblem der Verfügbarkeit von Flächen und der Akzeptanz der Nachbarschaft“, sagte Kirsten Vogelmann vom Städte- und Gemeindebund. Eine schon von Schulen und Kitas bekannte Modellbauweise sei zwar schön, in Frankfurt fehle es jedoch an geeigneten Flächen, sagte die Sprecherin des Sozialdezernats, Manuela Skotnik. Die größte Stadt des Landes werde in den nächsten Tagen erstmals rund 100 erwachsene, aus Gießen zugewiesene Flüchtlinge in einer Sporthalle unterbringen müssen. Im ersten Halbjahr 2015 kamen laut Sozialministerium 16.763 Asylsuchende nach Hessen. Das sind fast so viele wie im gesamten Vorjahr (17.500 Flüchtlinge).

„Die Städte müssen unweigerlich neue planerische Lösungen und Strategien entwickeln“, sagte AKH-Präsidentin Holz. Die dezentralen Bemühungen einzelner Städte und Gemeinden reichten nicht mehr aus. Es müssten Mindeststandards der Unterbringung definiert und verbindlich werden.

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Ein Architektenwettbewerb für den Typenentwurf der flexiblen Wohnmodule werde bis zu zwei Monate dauern, die Planung noch einmal etwa drei Monate. Gebaut werden könne innerhalb von drei Wochen. Um geeignete Flächen für die Unterkünfte zu finden, will die Kammer mit den Wohnungsbaugesellschaften einen Grundstücksatlas erstellen. Die Wohnungswirtschaft habe viele Grundstücke „mit Nachverdichtungspotenzial“, sagte Holz. Die Nassauische Heimstätte hatte im März angekündigt, Wohn-Module für Flüchtlinge in bis zu zehn hessischen Kommunen testen zu wollen. „Die Idee der Modellbauweise ist nicht verkehrt“, sagte der Direktor des Hessischen Städtetags, Stephan Gieseler. (dpa)

Quelle: op-online.de

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