Bildungsforscher warnt / „Ausbildung vernachlässigt“

Auch in Hessen wird Lehrermangel immer größer

Offenbach (psh/dpa) Schulleiter in Hessen schlagen seit Monaten Alarm, jetzt kommen auch Warnhinweise vom Bildungsforscher Klaus Klemm: Demnach wird der Lehrermangel immer größer; die Zahl der Nachwuchspädagogen reiche nicht aus, um den Stand der Lehrerversorgung zu halten.

Bundesweit werden nach Angaben von Klemm mehr als 300 000 Lehrer bis 2015 aus Altersgründen ausscheiden. Bis 2020 gehen weitere 160 000 in Pension. Nach der derzeitigen Zahl der Lehramtsstudenten werden aber im Jahresschnitt nur 26 000 ausgebildete Junglehrer für Neueinstellungen in den Schulen zur Verfügung stehen. Klemm sagt einen noch härten Wettbewerb der Länder um die wenigen Junglehrer voraus,  vor allem in den Mangelfächern Mathematik und Informatik.

Heftige Kritik kommt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Hessen. „Die Kultusministerien haben - nicht nur in Hessen - mit der Herausgabe der Einstellungszahlen von Lehrkräften gemauert wie nie zuvor“, so eine Sprecherin. Es sei nicht möglich gewesen, ein seriöses Datenwerk zum Lehrerarbeitsmarkt zusammenzustellen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung rechne aber damit, dass in den nächsten Jahren für 100 in Ruhestand gehende Pädagogen nur 60 junge Nachwuchskräfte ausgebildet werden. Abwerbeversuche von Nachwuchslehrkräften ersetzten nicht „die vernachlässigte Ausbildung von Lehrkräften“.

Grünen-Schulpolitiker Mathias Wagner errechnete nach einer Antwort von Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler auf eine kleine Anfrage eine Lücke von 1 000 Lehrerstellen im Land. Die bis 2014 vorgesehenen 2 500 neuen Lehrerstellen reichten nicht aus.

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Quelle: op-online.de

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