Rhein-Main entspannt sich

Aufatmen nach Winter-Chaos

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Die schöne Aussicht des zweiten Winters in Hessen: Unser Fotograf Matthias Towae hat einen einsamen Spaziergänger im Steinberger Wald abgelichtet.

Frankfurt/Offenbach - Aufatmen nach dem Schneechaos: Auf der A45 in Mittelhessen sind die letzten Autowracks nach der Massenkarambolage weggeräumt, der Verkehr rollt wieder. Auch auf dem Frankfurter Flughafen kommt der Betrieb wieder in Schwung.

Für die Region meldete die Polizei gestern eine normale Verkehrssituation.

Einen Tag nach dem heftigen Wintereinbruch und den teils chaotischen Verkehrsverhältnissen sind die Region und das gesamte Bundesland gestern wieder langsam zur Normalität zurückgekehrt.

Nach dem Schneetreiben erholen sich diese Störche in Münster bei Dieburg beim Turteln auf ihrem verschneiten Nest.

Nachdem sich am Dienstag, allein in den zwölf Stunden von 5 bis 17 Uhr, auf den Straßen des Polizeipräsidiums Südosthessen weit mehr als 100 Unfälle ereignet hatten, hat sich die Situation am Dienstagabend und in der Nacht zum Mittwoch dem Polizeibericht von gestern zufolge etwas beruhigt. Zwischen 17 und 4 Uhr wurden insgesamt 18 Unfälle registriert. Hierbei wurden zwei Personen verletzt, der Schaden belief sich auf mehr als 200. 000 Euro. Am stärksten betroffen waren die Autobahnen im Zuständigkeitsbereich, auf denen sich zwölf der 18 Unfälle ereigneten. Zwei Menschen wurden verletzt, der Sachschaden liegt bei 185. 000 Euro. Die restlichen sechs Kollisionen, alle ohne Personen- und nur mit geringen Sachschäden, verteilen sich auf die Zuständigkeitsbereiche der Polizeistationen Gelnhausen und Schlüchtern (1) sowie Langen (3) und Seligenstadt (1).

Unfallzahlen wieder auf Normalmaß

Im Morgenverkehr auf den Straßen in Stadt und Kreis Offenbach sanken die Unfallzahlen wieder auf „Normalmaß“. Zwischen 4 und 10 Uhr registrierte die Polizei lediglich sechs Unfälle.

Die A45 war am Mittag wieder frei befahrbar. Helfer hatten am Vormittag bei Wölfersheim die letzten Spuren des Massenunfalls beseitigt. Fast einen ganzen Tag hatten Wracks von Autos und Lastwagen die Autobahn zwischen Wölfersheim und Florstadt blockiert. Bei der Karambolage im Schneetreiben waren am Dienstag 38 Menschen verletzt worden, fünf schwer.

Eine Szene aus der Taunusanlage mitten in Frankfurt zu sehen. Sportstudenten der Goethe-Universität haben sich eine Schanze gebaut und dort weitergemacht, wo sie beim Snowboard-Lehrgang aufgehört hatten. 

Die Lage am Frankfurter Flughafen entspannte sich deutlich. Ganz ohne Behinderungen blieb der Flugbetrieb am Mittwoch freilich nicht: Bis 18.30 Uhr wurden nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport 170 Flüge abgesagt, insgesamt waren für den Tag rund 1300 Starts und Landungen geplant. „Wir arbeiten den Rückstand von gestern auf und nähern uns dem Normalbetrieb“, sagte Flughafensprecher Dieter Hulick. Alle vier Start- und Landebahnen waren wieder offen. Am Dienstag waren in Frankfurt rund zwei Drittel der insgesamt 1200 Verbindungen gestrichen worden. Zahlreiche Passagiere mussten die Nacht am Flughafen verbringen. Fraport schätzte ihre Zahl auf 2500 bis 3000. Nach Mitteilung des Verkehrsministeriums starteten am Dienstagabend trotz Nachtflugverbots insgesamt 33 Maschinen nach 23 Uhr. 22 Flugzeuge hoben zwischen 23 Uhr und Mitternacht ab. Die Hessische Luftaufsicht erteilte die Ausnahmegenehmigungen, weil der Grund der Verspätung außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaften gelegen habe.

Bilder vom Winter-Chaos in der Region

Winterchaos im Rhein-Main-Gebiet

Elf Flugzeugen wurde sogar ein Start nach Mitternacht gestattet. Hier stellte das Ministerium einen „Fall besonderer Härte“ fest, da die Enteisung - mit den Passagieren an Bord - bereits vor Mitternacht begonnen hatte.

Im verschneiten Niederröder Feld hatten gestern die beiden Irish Setter Chenoa und Caresse ihren Spaß.

Bei einem Unfall auf der A3 nahe Wiesbaden wurden gestern Morgen zwei Menschen getötet, zwei weitere Insassen eines Fahrzeugs schwer verletzt. Insgesamt waren sieben Lastwagen und ein Auto an der Karambolage in Richtung Frankfurt beteiligt. Die Autobahn musste zum Teil gesperrt werden. Ob das Winterwetter den Unfall verursachte, war unklar.

dpa/mic

Quelle: op-online.de

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