Aufbruch im Frankfurter Osten

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Der EZB-Neubau liegt im Plan.

Frankfurt - In der Ferne türmen sich die Hochhäuser der Bankencity auf. Einen imposanten Ausblick auf die prägnante Frankfurter Skyline bietet die Ruhrorter Werft , zwischen Flößer- und Deutschherrnbrücke gelegen. Von Sonja Thelen

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EZB wächst in die Höhe

Auf der Natursteinbastion aus schwarzem Basalt entsteht nun ein neues Lokal. „Ruhrorter Werft“ heißt das Gastronomie-Projekt am Mainufer im Ostend. Im Beisein von Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth und Planungsdezernent Edwin Schwarz (beide CDU) war jetzt erster Spatenstich. Im Sommer 2012 möchte der künftige Betreiber, der Frankfurter Gastronom Thomas Klüber („Walden“) , den dreigeschossigen „leichten und transparenten Bau“ eröffnen. Oberbürgermeisterin Roth lobte den maritimen und auf Grund seiner Lage am Main stimmigen Charakter des neuen Gebäudes im Bauhausstil. Damit passe es perfekt in das bauliche Umfeld, das von Martin Elsaessers Großmarkthalle dominiert werde – künftiger Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB). Petra Roth freut sich schon, wenn der neue EZB-Sitz mit den ineinander verschlungenen Zwillingstürmen fertig ist. „Das wird das erste sein, was man von Frankfurt sieht, wenn man von Osten her einfliegt“, kommentierte das Stadtoberhaupt. Von all diesen Entwicklungen profitiere das Ostend. „Hier wird Urbanität erlebbar sein“, prognostiziert Roth. Magistratskollege Schwarz betonte, das neue Lokal, das auf städtischem Grund entsteht, sei das letzte große Projekt im umfangreichen Sanierungsgebiet Ostend und sein „i-Tüpfelchen“. Zugleich räumte der bald aus dem Amt scheidende Schwarz ein, dass das Ostend von der Politik lange vernachlässigt worden sei, „umso mehr hat es sich jetzt zu einem Highlight der Stadtentwicklung“ gemausert.

Grünes Band bis in den Westen

Schubert & Seuss hat das Ausflugslokal entworfen, das nach Ansicht von Thomas Klüber „Anklänge eines Beachhouse“ hat. Das Darmstädter Architekturbüro hat sich mit seiner Planung in einem Wettbewerb gegen zehn Konkurrenten durchgesetzt. Stadtplanerische Vorgabe war es, die Prägung des Ortes einzubeziehen: die historischen Verladekräne, die 2009 restauriert worden waren, die ehemalige, industrielle Hafensituation und die Nähe zum Fluss.

Zugleich entsteht an der Stelle ein grünes Band, das sich von Bergen-Enkheim bald nahtlos bis in den Westen der Stadt ziehen wird: Denn die Ruhrorter Werft ist das grüne Eingangstor in den neuen Hafenpark, den die Stadt auf der südlichen Fläche des angrenzenden Honselldreiecks derzeit anlegt. Hier entsteht ein vier Hektar großer Bewegungspark mit Sport- und Freizeitangeboten. Nach dem Willen der Frankfurter soll der Hafenpark ein Ort werden, wo Bewegung und Spiel im Vordergrund stehen. Das war das Ergebnis eine Online-Umfrage im Sommer 2009, das in die Ausschreibung des Gestaltungswettbewerbs eingeflossen ist. 2013 soll das acht Millionen Euro teure Projekt fertiggestellt sein.

Dann wird auch die EZB bald beziehbar sein. Die ersten Stockwerke des spektakulären Doppelturms stehen bereits. Mit ihrem 500 Millionen Euro teuren Neubau sei die Zentralbank derzeit im Plan, sagte gestern Andrea Jürges von der EZB nach einem Rundgang über die Baustelle. Zehn der 45 Stockwerke des Nordturms sind im Kern fertig, die Decke ist bis zum 8. Stock betoniert. Der mit dem Nordturm verschlungene 43 Stock hohe Südturm - ein Projekt des Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au - ist immer etwa zwei Etagen zurück, erläuterte Jürges.

Neue Brücke über den Main

Eine neue Brücke über den Main wird dann nicht nur die EZB-Banker schnell zur Autobahn bringen. In Verlängerung der denkmalgeschützten Honsellbrücke, die in den nächsten zwei Jahren gründlich renoviert werden soll, wird nach einem Entwurf des FrankfurterArchitekten Ferdinand Heide die neue Mainbrücke Ost gebaut. Das filigrane Bauwerk aus Stahl mit einer Spannweite von 170 Metern wird dann das Ostend mit Sachsenhausen, Oberrad und Offenbach verbinden.

Für den Bau der Brücke, mit dem im nächsten Frühjahr begonnen werden soll, sind Kosten von 31 Millionen Euro veranschlagt. Die aufwendige Renovierung der Honsellbrücke dürfte nach Angaben der Stadt Frankfurt weitere 20 Millionen Euro kosten.

Quelle: op-online.de

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