Mit auffälligen Kindern sehr geduldig sein

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Bei depressiven Verhaltensveränderungen wie Stimmungsanfälligkeit, Lustlosigkeit, vermindertem Selbstvertrauen oder auch Drogenkonsum sollten den Jugendlichen Gespräche angeboten werden.

Berlin ‐ Eltern sollten geduldig mit ihren Kindern sprechen. Bei depressivem Verhalten wie Stimmungsanfälligkeit, Lustlosigkeit, vermindertem Selbstvertrauen oder Drogenkonsum sollten den Jugendlichen Gespräche angeboten werden, rät Johannes Hebebrand von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

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Es ist grundsätzlich wichtig bei Jugendlichen, die möglicherweise Probleme haben, die verzweifelt sind oder gar ein selbstgefährdendes Verhalten zeigen, zunächst ein ruhiges Gespräch unter vier Augen zu führen. Dabei sollten die Eltern unbedingt geduldig sein und von einem ersten Gespräch nicht zu viel erwarten. Besser ist es, eine gewisse Zurückhaltung des Jugendlichen zunächst zu akzeptieren und mehrmals Raum zum Austausch anzubieten. Im Gespräch ist es dann wichtig, erst einmal zuzuhören und mehr zu erfahren und nicht sofort mit Lösungswegen aufzuwarten“, rät der Professor.

Für Eltern ist es meist nicht einfach zu erkennen, ob ihre pubertierenden Kinder ernsthafte Probleme haben, die einer ärztlichen Abklärung oder Behandlung bedürfen, oder ob es sich um Stimmungsschwankungen handelt, die als Begleiterscheinung einer normal verlaufenden Pubertät auftreten.

Symptome: Schlafstörungen, Gewichtsverlust

Denn während dieser Phase ist es nicht ungewöhnlich, dass bei Jugendlichen einmal die innere Balance verloren geht und unmotivierte Stimmungsschwankungen oder auch Teilnahmslosigkeit auftreten, was jedoch nicht zwangsläufig einen Krankheitswert hat, so der Professor. Eine Unterscheidung zwischen einer normalen Verstimmung und einer Krankheit können letztlich nur diese Fachärzte treffen“, so der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität Duisburg-Essen.

Typische Symptome für eine depressive Erkrankung im Pubertäts- und Jugendalter sind Ein- und Durchschlafstörungen, Gewichtsverlust und tageszeitliche Schwankungen mit einem Tief in den Morgenstunden. Verstärkend wirken könnten Lebensumstände wie ausgeprägte familiäre Probleme, schulisches Versagen, der Verlust des Arbeitsplatzes, eine unerwünschte Schwangerschaft sowie auch Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter. Etwa fünf Prozent der Jugendlichen leiden an behandlungsbedürftigen Depressionen. Fast alle depressiven Kinder und Jugendliche können ambulant behandelt werden, im Vordergrund stehen psychotherapeutische Maßnahmen.

AP

Quelle: op-online.de

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