Frankfurter Hauptbahnhof

Auffrischung der Visitenkarte

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Ein Durchbruch im Boden der zentralen Eingangshalle des Frankfurter Hauptbahnhofs soll künftig den Blick auf die B-Ebene freigeben. Simulation: Deutsche Bahn

Frankfurt - Der Frankfurter Hauptbahnhof und sein Vorplatz sind die Visitenkarte der Stadt. Allerdings ist diese Visitenkarte „momentan schmuddelig und verknittert“, wie Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) sagt. Doch das wird sich ändern. Von Christian Riethmüller

Für viele Millionen Euro sollen der Hauptbahnhof und weitere Bahnhöfe im Stadtgebiet erneuert und barrierefrei umgestaltet werden. Nicht weniger als 250 Millionen Euro wollen die Deutsche Bahn AG, die Stadt Frankfurt und das Land Hessen bis zum Jahr 2019 in die Frankfurter Bahnhöfe, darunter auch die Stationen Galluswarte, Ostendstraße, Höchst und Ost, investieren. Eine entsprechende Vereinbarung („Letter of intent für Infrastrukturmaßnahmen“) haben Bahn und Stadt gestern in Frankfurt vorgestellt. Der größte Teil der Investitionen wird dabei in die Erneuerung des 125 Jahre alten Hauptbahnhofs sowie die Umgestaltung seines Vorplatzes fließen. Insgesamt 175 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Von dieser Summe soll die Bahn 117,5 Millionen Euro investieren, die Stadt Frankfurt 37,5 Millionen Euro und das Land Hessen 20 Millionen Euro. Weitere 75 Millionen Euro sind für kleinere Bahnhöfe in Frankfurt eingeplant. So soll etwa der Ostbahnhof einen neuen Bahnsteig erhalten. Der Jugendstil-Bahnhof in Höchst wird saniert.

Ziel des gemeinsamen Projekts „Frankfurt (Main) Hbf Verteilerebene/Vorplatz“ ist aber nicht nur eine Verschönerung des Hauptbahnhofs. Wie Susanne Kosinsky von der Bahn-Tochter DB Station&Service AG sagte, sollen künftig alle Verkehrsmittel am Hauptbahnhof barrierefrei zu erreichen sein. Außerdem sollen die Passagierströme des täglich von durchschnittlich 350.000 Reisenden und Besuchern genutzten Bahnhofs besser geleitet werden. Dazu werden etwa die Zugänge von der B-Ebene zur Bahnhofshalle den Pendlerströmen angepasst und auch neue Rolltreppen eingebaut. Sichtbarste Veränderung wird ein Durchbruch im Boden der zentralen Eingangshalle sein, der den Blick und den Weg zur darunterliegenden Ebene freigibt. Im Zug dieser Umbaumaßnahmen wird die Deutsche Bahn noch weitere 62,5 Millionen Euro in den Hauptbahnhof investieren, wie Kosinsky sagte. 20 Millionen Euro davon sind für die Erneuerung der Bahnsteige, 2,5 Millionen Euro für die Fassadensanierung und 40 Millionen Euro für den neuen Brandschutz und die Haustechnik vorgesehen.

Diese Ertüchtigung des Hauptbahnhofs, die in die Zuständigkeit der Bahn als Eignerin des Gebäudes fällt, wird von einer grundlegenden Umgestaltung des Vorplatzes begleitet, für die die Stadt tief in die Tasche greift. Wie Olaf Cunitz sagte, kommen bei diesem Projekt zwar nicht die Siegerentwürfe eines vor Jahren ausgelobten Wettbewerbs zur Neugestaltung des prominenten Platzes zum Zuge, doch werden wohl einige Ideen davon übernommen. So soll etwa der große Taxistand komplett in die nördlich des Hauptbahnhofs gelegene Poststraße verlegt werden, um Fläche zu gewinnen. Der Vorplatz soll dann für ausgewählte Veranstaltungen genutzt werden. Weitere Details stehen noch nicht fest.

Quelle: op-online.de

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